Navigation:
An der IGS Stöcken kommt Bewegung in das Modellprojekt.

An der IGS Stöcken kommt Bewegung in das Modellprojekt.© Behrens

IGS Stöcken

Gemeinsamer 
Unterricht für alle

Die Integrierte Gesamtschule Stöcken soll eine Einrichtung werden, in der behinderte und nicht behinderte Kinder ab Klasse fünf gemeinsam unterrichtet werden. Die IGS will dafür ihre Zusammenarbeit mit zwei Förderschulen auf eine völlig neue Basis stellen.

Beim Kultusministerium läuft bereits ein Antrag für das „Modellprojekt Inklusive Schule“; der Schulausschuss der Region behandelt voraussichtlich im April eine entsprechende Drucksache. Auch die beteiligten Schulen selbst treiben die Diskussion voran. Sie planen für das Wochenende, 9. und 10. April, die Bildungskonferenz „Herrenhausen-Stöcken – all inclusive“.

„Es geht gar nicht mehr so sehr darum, ob die inklusive Schule kommt. Sondern darum, wann und wie wir das Vorhaben starten“, sagt Dirk Reiche, Leiter der Paul-Dohrmann-Schule in Burg, einer städtischen Förderschule für Lernen. Gemeinsam mit den Kollegen der Stöckener Wilhelm-Schade-Förderschule, einer Bildungsstätte der Region, sowie dem Kollegium der IGS setzt sich Reiche für das Modellprojekt ein. „In unserem Stadtbezirk sind wir schon sehr weit.“ Schon lange werden die Grundschüler der beiden Förderschulen nicht in den eigenen Häusern, sondern in städtischen Grundschulen unterrichtet – in sogenannten Integrationsklassen. Nun soll auch die räumliche Trennung nicht behinderter und besonders geförderter Schüler in der Sekundarstufe I aufgehoben werden. „Modellversuch heißt für uns, dass ein neuer fünfter Jahrgang nicht mehr bei uns, sondern eben in der IGS Stöcken eingeschult wird“, erläutert Reiche. Von der Paul-Dohrmann-Schule, die rund 80 Schüler in den Jahrgängen fünf bis zehn hat, würden dann auch Förderlehrer mit einer entsprechenden Zahl an Lehrerstunden zur IGS wechseln. Dort gäbe es dann nur noch Klassen mit maximal 24 Schülern. Den Status „Förderschüler“ soll es nicht mehr geben. Vereinfacht gesagt: Jedes Kind, ob behindert oder nicht, soll die Unterstützung bekommen, die es braucht. Den IGS-Lehrern stehen dann die besonders geschulten Pädagogen der Förderschulen zur Seite.

Stadt und Region Hannover stehen dem Modellprojekt positiv gegenüber. Einen genauen Zeitplan für den Start gibt es noch nicht. „Wie eine Inklusive Schule genau funktionieren wird, darüber gibt es noch viel Gesprächsbedarf“, sagt Reiche. Viele Fragen sollen bei der Bildungskonferenz diskutiert werden. Sie steht Interessierten aus dem Stadtbezirk und vor allem jenen Vereinen und Verbänden offen, die mit Kindern und deren Bildung zu tun haben. Der Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken fördert die Konferenz mit 1500 Euro. „Es ist ein reizvolles Projekt. Die IGS wäre die einzige Schule dieser Art in Hannover“, begründete Bezirksbürgermeisterin Margrit Heidi Stolzenwald in der jüngsten Sitzung des Gremiums. „Wenn die Inklusion klappt, ließe sich mittelfristig eine Schule einsparen“, sagt SPD-Fraktionschef Holger Diener. Tatsächlich wäre die Paul-Dohrmann-Schule auf dem besten Weg, sich selbst aufzulösen, weil immer neue Jahrgänge in der IGS eingeschult würden. „Wir wären dann ein virtueller Teil der IGS“, sagt Rektor Reiche. Das vorläufige Konzept der drei Schulen sieht vor, dass die Wilhelm-Schade-Schule als ein Förderzentrum bestehen bleibt, das unter anderem berufsvorbereitende Kurse für die Sekundarstufe II anbietet. Die Bildungskonferenz beginnt am Freitag, 9. April, um 9 Uhr in der Außenstelle der Emil-Berliner-Schule, Kreuzriede 12. Anmeldungen nimmt die Paul-Dohrmann-Schule per Fax unter 16 84 77 06 entgegen.

Marcel Schwarzenberger


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige

City Click

"Märchenhafte Stimmung über dem Tiergarten" - so betitelte NP-Leserin Catharina Cordes ihr Foto. In der Tat: Ein märchenhaftes Bild.

zur Galerie

Schicken Sie uns Ihren City Click!

Haben Sie ein tolles Motiv fotografiert? Die Redaktion wählt mehrmals pro Woche die schönsten Leserfotos aus und veröffentlicht sie in der City Click Galerie.

Anzeige