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Verborgen im Wald: Der Obelisk.

Verborgen im Wald: Der Obelisk.© Mario Moers

Marienwerder

Der vergessene Obelisk

Vom Hexenturm im Hinüberschen Garten, einer künstlichen Ruine, gab es früher eine Sichtachse zu einem 15 Meter hohen Obelisken. Die CDU-Fraktion im Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken setzt sich für ihre Erneuerung ein.

Hannover. Den Hexenturm kennen die meisten Spaziergänger im Hinüberschen Garten. Dass man von der künstlichen Ruine aus früher einmal zu einem 15 Meter hohen Obelisken herübersehen konnte, wissen heute nur noch die Älteren. Die Bäume nördlich der Garbsener Landstraße versperren seit Jahrzehnten die markante Sichtachse auf den Glockenberg, auf dessen Spitze die steinerne Säule thront. „Es ist völlig in Vergessenheit geraten, dass der Hinübersche Garten auch auf der anderen Seite der Straße weitergeht“, kritisiert Wolfgang Neubauer. Der CDU-Fraktionschef im Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken will die ursprüngliche Sichtachse zwischen Hexenturm und Obelisk wieder herstellen lassen.

Inzwischen konnte er die Mehrheit im Bezirksrat für das Vorhaben gewinnen. Die Stadtverwaltung prüft, ob die bereits 2009 erstmals eingeforderte Aktion umgesetzt werden kann. Einst verbanden „alleeartige Rasenbahnen“ die beiden Punkte. Heute liegen Friedhof Marienwerder, hohe Bäume und die Garbsener Landstraße dazwischen. „Obwohl es wünschenswert wäre, den Obelisken wieder visuell einzubinden, macht es diese Konstellation unmöglich, die historischen Blickbeziehungen wieder herzustellen“, erklärt eine Stadtmitarbeiterin. Ein gemeinsamer Beschluss aller Parteien soll das vermeintlich Unmögliche nun möglich machen.

Für die CDU-Fraktion ist die Pflege des historischen Gartenerbes „Chefsache“. Die SPD-Fraktion stimmte dem CDU-Antrag zwar zu, lehnte es aber ab, den Oberbürgermeister damit zu beauftragen. „Glauben Sie wirklich, der OB geht mit der Kettensäge in den Wald und holzt in Marienwerder die Bäume ab?“, spöttelte Ufuk Deniz Ciynakli (SPD). In jedem Fall wird sich die Verwaltung nun damit auseinandersetzen müssen, ob die Sichtachse wiederhergestellt werden kann. Der Planer des Gartens, Jobst Anton von Hinüber, ließ 1766 insgesamt 30 solche Sichtachsen anlegen, die den Blick der Besucher lenken sollten.

Noch heute vermittelt der weitgehend unveränderte Garten Eindrücke, die an die Landschaftsmalerei des 17. und 18. Jahrhunderts erinnern. Zur Expo wurden einige der historischen Sichtachsen wiederhergestellt. Schon damals schien die Einbindung des abgetrennten nördlichen Teils zu schwierig. Im Verlauf der Zeit musste der prächtige Garten zahlreiche Verluste beklagen. Ursprünglich fuhren Gondeln auf dem malerischen Teich. Aussichtshäuschen, Grotte und stilisierter Friedhof sind verschwunden. Der Park am Kloster Marienwerder gilt als einer der ersten Landschaftsgärten englischen Stils in Deutschland. Der Obelisk entspricht ganz dem Stil. Doch aktuell hat er auch eine Grundreinigung nötig.


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