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Kultur

Zu wenig Besucher im Schloss Museum Herrenhausen

Wie viele Besucher gehen tatsächlich ins Museum Schloss Herrenhausen? Das war lange ein Geheimnis. Kulturdezernentin Marlis Drevermann hatte trotz regelmäßiger Anfragen seitens Presse und Politik immer erklärt, dass sich diese nicht ermitteln ließen. Grund: Die Besucher kaufen für acht Euro ein Kombi-Ticket, das nicht nur für das Schloss, sondern auch für die Gärten gilt. Wie viele damit jedoch tatsächlich ins Museum gingen, war bisher unbekannt. Drevermanns Nachfolger Harald Härke hat jetzt jedoch erstmals Zahlen herausgegeben – sie sind ernüchternd.

Hannover. Im ersten Halbjahr 2016 kamen gerade einmal 5861 Besucher ins Schlossmuseum. Das sind im Schnitt gerade einmal 32 am Tag. Zum Vergleich: In einen voll besetzten Reisebus passen 60 bis 70 Menschen. 32 Besucher, für die pro Schicht eine Kassenkraft sowie fünf Aufsichtskräfte zur Verfügung stehen. „Gemessen am guten Zuspruch nach der Eröffnung und dem erneuten Besucher-Boom im Rahmen der Royals-Ausstellung bleiben die Besucherzahlen des Museums Schloss Herrenhausen hinter unseren Erwartungen zurück“, sagt Museumsdirektor Thomas Schwark.

Aus seiner Sicht auch ein Kommunika-tionsproblem. „Es wird offenbar zu wenig deutlich, dass in der Ausstellung erzählt wird, wie sich das schöne Gartenensemble, das draußen erlebbar wird, entstanden ist und welche Menschen es geprägt haben“, erklärt Schwark. Zum anderen sei zu beobachten, dass „ein Gartenpublikum nicht automatisch ein Museumspublikum ist“. Eine weitere Schwäche des Hauses sei, dass in dem schmalen Flügel kein Rundlauf möglich sei.

Seit dem Frühjahr arbeitet Schwark mit seinem Team an einer Weiterentwicklung des Konzeptes für das Problemmuseum. Er will die Historie der Gärten auch „aus einer ganz anderen Perspektive betrachten“ und dabei „bewusst gegenwartsorientierte Bezüge schaffen“. Mehr Vermittlungsarbeit ist auch geplant. Zudem soll das „bloße Anschauen durch das Mitmachen und Ausprobieren mit allen Sinnen ergänzt und bereichert werden“ – ein Konzept, das sich im Historischen Museum bewährt hat. Geplant sind außerdem mehr Sonderausstellungen. „Wer die Ausstellung bereits einmal gesehen hat, kommt dann wieder, wenn es etwas Neues zu sehen gibt“, hofft der Direktor.

Klimaproblem: Probereparatur an Fenster

Schwitzwasser an den Fenstern, tränende Augen und Reizhusten bei Mitarbeitern: In den Wintermonaten, wenn es kälter wird, hat das Schloss-Museum ein Klimaproblem. Nun hat die Stadt probeweise an einem Fenster für eine bessere Durchlüftung gesorgt. „Wenn sich das bewähren sollte, wird das auch an den anderen Fenstern umgesetzt“, sagt Stadtsprecherin Anja Menge.

Ob der Umbau funktioniert, lasse sich allerdings frühestens im Herbst feststellen, wenn es kälter wird. Erneut betonte die Verwaltung gestern, dass durch die Klimaprobleme im Schloss-Museum „keine Kunstwerke gefährdet sind“.
Im Foyer des Museums sind Doppelfenster eingebaut, zwischen denen sich im Winter Kondenswasser bildet. An wärmeren Tagen, wenn Fenster und Türen zur Lüftung geöffnet werden können, tritt das Problem nicht auf. Auch die Klimaanlage in den Ausstellungsräumen lief zunächst nicht einwandfrei. Eine Umstellung der Belüftungsdüsen brachte Besserung.


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