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Meine Stadt Zoo Hannover: Peta kritisiert Gutachter-Wahl
Hannover Meine Stadt Zoo Hannover: Peta kritisiert Gutachter-Wahl
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00:16 22.06.2017
Elefanten im Zoo Hannover. Quelle: dpa
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Hannover

 Im Streit um die Elefantenhaltung im Zoo Hannover hat die Tierrechtsorganisation Peta nachgelegt. Sie hat der Staatsanwaltschaft Hannover knapp sechs Stunden zusätzliches Videomaterial übergeben, das den Vorwurf der Tierquälerei untermauern soll. Gleichzeitig hat sie ein eigenes Gutachten vorgelegt, das sie bereits vor der Veröffentlichung der Vorwürfe bei der US-amerikanischen Elefantenexpertin Margaret Whittaker in Auftrag gegeben hatte.

Peta zweifelt an der Objektivität der von der hannoverschen Staatsanwaltschaft mit der Prüfung der Vorwürfe beauftragten Gutachter: Prof Hansjoachim Hackbarth, anerkannter Tierschutzexperte der TiHo, hatte schon nach Bekanntwerden des Materials in einem Zeitungsinterview den Einsatz von Elefantenhaken für notwendig erklärt. Doch gerade dessen Einsatz ist ein Kernelement der Peta-Kritik.

Der zweite Gutachter, Prof. Michael Böer, war etwa 15 Jahre lang im Zoo Hannover beschäftigt, zeitweilig auch stellvertretender Zoochef, bevor er als Tierarzt zum Serengetipark nach Hodenhagen wechselte. Heute ist er Leiter des Zoos in Osnabrück. Da Peta generell die Haltung von Tieren in Zoos bekämpft, muss die Organisation Böers Bestallung notwendigerweise kritisch bewerten.

Die Staatsanwaltschaft hat indes keine Zweifel an der Qualifikation der beiden Experten. „Wir wählen die Gutachter danach aus, ob sie auf Grund ihrer fachlichen Qualifikation geeignet sind“, so Sprecherin Kathrin Söfker. „Das mag manchem nicht passen, kann für uns aber nicht ausschlaggebend sein.“ Das von Peta vorgelegte Gutachten werde natürlich in die Untersuchung miteinbezogen. „Es wird aber noch dauern, bis wir eine Gesamtschau vorliegen haben und eine abschließende Bewertung vornehmen können.“

Die von Peta herangezogene Experten beschreibt nach Angaben der Organisation auf 13 Seiten detailliert, „warum die Elefanten im Zoo Hannover in einem Umfeld von Gewalt, Einschüchterung und Angst leben und wie dies ihr seelisches und körperliches Wohlergehen negativ beeinflusst.“

Es sei „besonders abstoßend, wenn man sieht, wie Babyelefanten mit den Techniken der negativen Verstärkung, Dominanz und Bestrafung manipuliert werden.“ Whitaker bezog sich bei ihrer Analyse auf dasselbe Videomaterial, dass Peta der Staatsanwaltschaft jetzt zusätzlich übermittelt hat.

Dem Zoo ist Margaret Whittaker nicht bekannt. „Wir finden es aber kritisch, ohne Einsicht in die veterinärmedizinischen Unterlagen, und ohne sich vor Ort ein Bild von der Herde gemacht zu haben, solche Aussagen zu machen“, sagte Zoosprecherin Simone Hagenmeyer.

Von Andreas Krasselt

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