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Zoo Hannover: Themenwelt Afi Mountain wird eröffnet

Im Herzen des hannoverschen Zoos öffnet am Freitag eine neue Attraktion: die rund 10 000 Quadratmeter große Afi-Mountain-Anlage. Die Anlage ist keine reine Fantasiewelt, sondern wurde dem Schutzgebiet Afi Mountain Forest Reserve im Südosten Nigerias nachempfunden.

Hannover. „Wir sind stolz auf die neue Anlage. Mit der Themenwelt macht der Erlebnis-Zoo auf die Bedrohung der Affen Afrikas aufmerksam und stellt besonders den noch unbekannten und stark gefährdeten Drill vor“, sagte Zoo-Chef Andreas Casdorff.

Drills – das sind die eher kleineren Affen mit dem weißen Kinnbart. Ein Männchen und zwei Weibchen wurden im neuen Afi-Mountain-Drillwald einquartiert. In der grünen, dicht bewachsenen Anlage mit Lianen, kleinem Bach, Felsen und reichlich Klettermöglichkeiten fühlt sich das Trio augenscheinlich wohl. Doch der Zoo will mehr: „Wir hoffen auf baldigen Nachwuchs“, sagt Sprecherin Simone Hagenmeyer.

Doch zunächst sind im Drillwald noch die Brazzameerkatzen (orange gezeichnete Stirn, langer schwarzer Schwanz) in der Überzahl. Zwei Brüder-Pärchen aus Spanien bilden eine muntere Junggesellen-Truppe. Zoo-Besucher können über einen großen Tunnelgang mit mehreren großen Glascheiben sozusagen direkt ins Gehege eintauchen. „Die großen und kleinen Panoramascheiben lassen die Barrieren zwischen Mensch und Tier optisch verschwinden. Als Besucher steht man in der Felshöhle und ist inmitten der afrikanischen Affen“, beschreibt das der Zoo-Geschäftsführer.

Flatterhafte Begegnungen zwischen Mensch und Tier ermöglicht  die neue begehbare Voliere, in der rund 60 kunterbunte Vögel leben. Dort erfrischen sich unter anderem Gelbschnabelenten, Kampfläufer und Rußköpfchen an einem Wasserloch. An den Rußköpfchen, eine bedrohte Papageienart, könnten sich verliebte Besucher ein Beispiel nehmen: Wenn sie einmal einen Partner gefunden haben, bleiben sie ihm treu. Wohl auch deshalb werden sie Lovebirds (Liebesvögel) genannt.

Ebenfalls zum Afi-Mountain-Bereich gehören die Schimpansen-Anlage aus dem Jahr 2013 und der Gorilla-Berg (1996). Dazu gibt es diverse Info-Punkte, an denen Zoo-Besucher auch mit kritischen Themen konfrontiert werden. Casdorff: „Wilderer machen Jagd auf Affen und verkaufen ihr Fleisch als Bushmeat in den Städten. Gleichzeitig wird der Lebensraum der Tiere immer kleiner, die Abholzung des Regenwaldes schreitet immer weiter voran.“

Doch auch Lösungswege zeigt der Zoo: „Eine Alternative zur Jagd auf die seltenen Tiere des Regenwaldes ist die Zucht und der Verkauf von afrikanischen Riesenschnecken. Sie ist einfach und konnte bereits Wilderer überzeugen, die illegale Jagd auf  bedrohte Tierarten aufzugeben.“

Von Andreas Körlin


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