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ERÖFFNET: Im Sommer  gab Zoo-Chef Andreas Casdorff die  Affenlandschaft Afi Mountain. für die Besucher  frei.

ERÖFFNET: Im Sommer gab Zoo-Chef Andreas Casdorff die Affenlandschaft Afi Mountain. für die Besucher frei.
 © Foto: Schaarschmidt

Freizeit

Zoo Hannover: Hohes Defizit, Eintritt wird teurer

Die Region Hannover leistet sich einen Zoo, der bundesweit als einer der besten gilt. Doch in diesem Jahr kamen weniger Besucher als erhofft – und so fehlen allein bei den Ticketeinnahmen fast 1,5 Millionen Euro, steht am Ende des Jahres ein vier Mal höherer Verlust als kalkuliert. Für die nächste Sommersaison werden die Eintrittspreise erhöht – wer jedoch online kauft, kommt günstiger in den Zoo.

HANNOVER.  Der Zoo Hannover macht in diesem Jahr ein dickes Minus: Am Ende dürften rund 2,1 Millionen Euro in der Kasse fehlen – das ist knapp vier Mal soviel als erwartet. Das Defizit könne aber aus bestehenden Rücklagen ausgeglichen werden, erläuteret Jeannine Fröhlich-Waschkau am Dienstag dem Ausschuss für Regionalplanung und Naherholung der Regionsversammlung. Die Zoo-Prokuristin und Leiterin „Service und Produktmanagement“ erläuterte dem Ausschuss, wie es wohl dazu kam und stellte die Planung für das kommende Jahr vor – wo erstmals nach fünf Jahren die Eintrittspreise ab der Sommersaison erhöht werden.

Bislang seien es zwar „mehr als eine Million Besucher“ gewesen, doch das Ziel ist nun nicht mehr zu schaffen: Geplant worden war mit annähernd 1,3 Millionen Gästen. Der Mangel hat aus Sicht der Prokuristin eine Hauptursache: „Der Sommer – ich mag den gar nicht Sommer nennen“, sagte sie, und: „Auch die Herbstferien waren total verregnet!“, dazu kamen noch Tage mit Sturm und Sturmwarnung, so dass der Zoo einmal „erstmals an einem Nachmittags früher geschlossen hat“. Am Angebot soll es nicht liegen: Kundenbefragungen belegten nach wie vor „eine sehr hohe Gästezufriedenheit“ – die sei größer als etwa die von BMW-Kunden. Ob und welchen Einfluss die Diskussion um die Elefantenhaltung und die Vorwürfe der Tierschutzorganisation PETA auf den Besucherstrom hatten, wisse man nicht – auf jeden Fall habe das „uns eine Menge Kraft und Zeit gekostet“.

Das vor zweieinhalb Wochen eröffnete „Amazonien“-Panorama neben dem Zoo sei „gut angelaufen“, habe schon mehr als 2000 Gäste gezählt – und bringe neue Besuchergruppen, von denen man hoffe, dass ein Teil dann auch den Zoo besucht.

Seit November gibt es auch eine neue Preispolitik: Wer „online“ kauft, bekommt sein Zoo-Ticket günstiger als vor Ort. Und zum Start in die Sommersaison werden die Preise an der Tageskasse ab März erhöht. Beispiel: statt 25 Euro kostet das Tagesticket für Erwachsene ab 25 Jahren dann 26,50 Euro (sechs Prozent mehr). Anders über das Internet: da sind statt bisher 25 Euro dann nur noch 24,80 Euro fällig. Dafür wurden die aktuellen Winterpreise um vier Euro (online: 4,60) gesenkt.

Die Zoo-Managerin hofft, das 2018 besser wird und „kein PETA-Jahr wird“ – kalkuliert wird mit 1,22 Millionen Besuchern und einem auf knapp unter 400  000 Euro gesenkten Verlust. Der Ausschuss nahm alles zustimmend zur Kenntnis.

GELD FÜR ELEFANTEN

Der unter anderem für Regionalplanung und Naherholung zuständige Ausschuss der Regionsversammlung Hannover hat am Dienstag einstimmig mehrere Vorhaben des Zoos gebilligt und dafür 5,5 Millionen Euro neu freigegeben.

Für zwei weitere Bauvorhaben gemäß des vom Zoo vorgelegten und im Jahr 2015 verabschiedeten „Masterplans 25+“ werden nun weitere Mittel bereitgehalten: Die Erweiterung des Außenbereichs der Elefantenkuhanlage soll knapp 2,4 Millionen Euro kosten und im kommenden und übernächsten Jahr fließen. Auch die Elefantenbullen-Außenanlage und deren Stall sollen erweitert werden, dafür gibt es die kommenden zwei Jahre insgesamt 3,15 Millionen Euro von der Region. Diese Vorhaben waren schon geplant, bevor es dieses Jahr die Diskussion mit der Tierschutzorganisation PETA und dem Umgang mit den Elefanten im Zoo Hannover gab.

Beim Projekt „Afi Mountain“ wurden freigegebene Mittel umgewidmet: Das Projekt „Niedere Affen“ wurde erheblich günstiger umgesetzt als erwartet – dafür wird die „Afrika Voilere“ besonders durch „drastisch gestiegene Anforderungen“ an die Statik des das Gelände überspannenden Netzes erheblich teurer – darum fließen die 600 000 Euro jetzt dorthin.

Die Regionsversammlung hatte im Juli 2015 grundsätzlich beschlossen, für die Umsetzung des Zukunftsprojekts Investitionszuschüsse einer Gesamthöhe von bis zu 34 Millionen Euro in die jeweiligen Jahreshaushalte einzustellen und zu gewähren. Für 2016 waren 1,8 Millionen Euro vorgesehen, fürs laufende Jahr 3,6 Millionen Euro, kommendes Jahr sollen es 3,4 Millionen Euro sein, 2019 dann 13,3 Millionen Euro, im Jahr drauf 5,2 Millionen Euro. und schließlich 6,7 Millionen Euro im Jahr 2021.

Von RALPH HÜBNER


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