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Mordfall Jenisa

Zeugen liefern neue Beweise gegen Ibrahim B.

Fortsetzung im Prozess gegen Ibrahim B. (44): Am Landgericht Hannover kamen am Freitag weitere Zeugen zu Wort, die zur Aufklärung im Mordfall Jenisa beitragen sollen. Der 44-jährige Angeklagte soll die damals Achtjährige 2007 sexuell missbraucht und später ermordet haben (NP berichtete).

Hannover. Das Gericht hatte unter anderem einen 56-jährigen ehemaligen Zellengenossen des Angeklagten in den Zeugenstand gerufen. Der Mann hat 2013 etwa acht Wochen mit Ibrahim B. eine Zelle geteilt. Er berichtete, dass B. ihm bei Gesprächen viel über ein Mädchen aus seiner Umgebung erzählt habe. „Er sagte, dass ihn das Mädchen wie eine Art „Ersatz-Papa“ gesehen hat. Er fand sie aber aufdringlich“, berichtete der Zeuge, „auf meine Frage, wie er das mit dem Kind geklärt hat, sagte er, er habe das für alle Zeit geregelt.“

Der Zellengenosse, dem B. erzählt hatte, er sitze eine Haftstraße wegen Fahrens ohne Führerschein ab, dachte sich zunächst nichts bei dessen Worten. „Als ich in der Tageszeitung ein Bild des Angeklagten sah, kam mir das Gespräch mit B. plötzlich anders vor. Ich hab mich deshalb einem Sozialarbeiter anvertraut“, erinnerte sich der Zeuge. Die Zeitung hatte damals darüber berichtet, dass B. wegen Mordes an dem fünfjährigen Dano aus Herford zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden war.

Die Berichterstattung in den Medien hatte auch einen weiteren Zeugen darauf gebracht, dass er Informationen zur Aufklärung des Falles beitragen könnte. Der heute 47-Jährige wohnte 2007 in Wunstorf. Er war Ibrahim B. eines Abends gemeinsam mit einer Nachbarin begegnet, als er seinen Hund ausführte. „Wir haben den Mann gegenüber von unserem Haus getroffen. Er wusste nicht, wo er ist und hat uns gebeten ein Taxi zu rufen, das ihn nach Hannover bringen sollte“, sagte er vor Gericht aus. Für das Telefonat hatte B. den beiden Nachbarn sein Mobiltelefon gegeben.

Die Auswertung der Handydaten und die Aussagen des Zeugen sind ein weiterer Beweis dafür, dass der Angeklagte im Bereich des Tatorts war, an dem die Leiche der ermordeten Jenisa abgelegt wurde. Der Zeuge, dem die Begenung mit B . schon an dem besagten Abend seltsam vorgekommen war, meldete sich bei der Polizei, als er im Radio von der Geschichte der kleinen Jenisa gehört hatte.

Der Prozess wird am Dienstag, 6. Oktober, fortgesetzt. Sabrina Friedrich


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