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Uhu Lulu mit den Kindern des NP-Grundschulprojekts.© Wilde

Aktion

Zeitung in der Grundschule mit Uhu Lulu

Lulu ist gut vertraut mit der NP. 2011 war der Uhu zum ersten Mal Star einer Schüler-Pressekonferenz, Lulu war auch mal Mittelpunkt eines Serientages in Springe und vor 3000 Besuchern zu Gast auf der Hauptbühne des NP-Rendezvous im Stadtpark. Am Dienstag wurde Lulu wieder von allen Seiten bestaunt. 

Hannover. Um 270 Grad kann der Vogel mit den orange strahlenden Augen und dem weiß-braun gefleckten Federkleid seinen Kopf wenden, Lulu zog die Blicke aller 47 Kinder in der Ellipse des Madsack-Haupthauses in Kirchrode auf sich.
Rouven Polep hatte Lulu mitgebracht, der 38-Jährige ist Leiter der Falknerei im Wisentgehege Springe und war am Dienstag ein echt gefragter Mann.

Los ging die Pressekonferenz mit dem fleißigen Younis, der redegewandte Zehnjährige stellte alleine sieben Fragen. „Wie viele Greifvögel habt ihr in der Falknerei?“, fragte Younis. „100 Tag- und Nachtgreifen“, antwortete Polep, das ist der Oberbegriff für Bussarde, Adler, Falken. Julia (10) interessierte, wie alt Greifvögel werden können. Die Kleinen bis 1500 Gramm können 25 Jahre lang leben, Steinadler 60 und Mönchsgeier sogar 70 Jahre.

Wie in jedem Jahr kam die Frage nach dem Tempo von Falken, diesmal stellte sie Louis (10). „Eigentlich haben wir immer gedacht, ein Falke im Sturzflug könnte Tempo 300 erreichen“, berichtete Polep, „aber neuste Messungen mit modernster Technik haben ergeben, dass der Falke noch schneller ist. Etwa Tempo 400, das ist einfach unglaublich.“

Auch Henrik Menge (40) hatte einiges zu sagen. Der stellvertretende Leiter des Wisentgeheges, der vorher im Zoo Hannover gearbeitet hatte, sprach über Futtermengen. „500 Tonnen“ sind es im Jahr, und „was hinten rauskommt, wiegt immer noch 150 Tonnen. Daraus wird Humus gemacht, mit dem man gut düngen kann.“

Schöne Geschichte: Steinadler Olga kam vor zweieinhalb Jahren in Springe an, „wir kümmern uns auch um Vögel, die verletzt oder krank sind“, erklärte Polep. Olga ging es gar nicht gut, Polep musste sich kümmern und er tat das so intensiv, „dass wir jetzt wirkliche Freunde sind. Ich kann mit Olga spazieren gehen, ohne meinen dicken Handschuh zu tragen. Das ist was ganz Besonderes.“ Eigentlich war der Falknerei-Chef mal Informatiker, sogar Abteilungsleiter in einer Firma. „Aber das hat mir nicht gefallen. Immer nur im Keller am Computer sitzen und auf den Bildschirm schauen, war doof. Irgendwann habe ich mich gefragt: willst du reich oder lieber glücklich werden?“ So hat er seine Büro-Karriere geschmissen und sein Hobby zum Beruf gemacht: „Ich habe mich immer schon für die Jagd begeistert.“

Vor zwölf Jahren ist er im Wisentgehege gelandet, jetzt Chef von vier Mitarbeitern, „immer an der frischen Luft, immer bei meinen Tieren und immer zufrieden“. Dafür gabs Beifall von den Viertklässlern der Hans-Böckler-Grundschule in Neustadt am Rübenberge und der Grundschule Glücksburger Weg in Hannover. Eine tolle Nachrichte hatte Henrik Menge zum guten Schluss für die beiden 4 b: „Ich lade euch alle ganz herzlich zu uns ins Wisentgehege ein. Ihr bekommt Freikarten.“ Dann gibt’s ein Wiedersehen mit Uhu Lulu.


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