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Meine Stadt Zeitung in der Grundschule: So geht Selbstverteidigung
Hannover Meine Stadt Zeitung in der Grundschule: So geht Selbstverteidigung
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15:56 14.03.2017
Von Christoph Dannowski
VOLLTREFFER: die neunjährige Delia schlägt Ricardo Savia dahin, wo es weh tut. Dem Villa-Vitale-Chef gefällts, die Schülerin macht bei dieser Übung alles richtig. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Getuschel in Reihe eins. „Ich glaube, der ist stärker als mein Papa“, sagt ein Schüler zum Kumpel rechts. Der wispert zurück: „Ich glaube, der ist stärker als alle Papas auf der Welt.“

Die Rede ist von Ricardo. Nachname Savia. Alter 43. Geboren auf Sizilien. Beruf: Personenschützer, Selbstverteidigungs-Lehrer, Inhaber des Gesundheitszentrums „Villa Vitale“. Im den 41 Schüler gerade gespannt auf dem Mattenboden des kleinen Übungsraumes sitzen und sehen, wie Ricardo Fitnesstrainer Hendrik Spremberg in Windeseile erst Stock, dann Messer aus den Händen schlägt und ihn mit aller Wucht zu Boden wirft.

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Hannover, Zeitung in der Grundschule vom 14.03.2017 (Foto: Frank Wilde)

Aber: „Wir wollen uns hier nicht hauen“, betont Ricardo Savia, „er hat mich mit zwei Waffen angegriffen und ich musste mich verteidigen.“ Nach der Präsentation vom früheren Bodyguard von Altkanzler Gerhard Schröder, von Hendrik und Remo Lingner und vor dem Gruppenunterricht setzt sich das Trio in Socken und im Schneidersitz vor die Klassen aus Wunstorf und Altwarmbüchen. Pressekonferenz, Zeit für Fragen.

Bennet (10) will wissen, ob sich die drei in ihrem Alltag oft verteidigen müssen. „So drei- bis fünfmal die Woche“, sagt Remo und verrät: „Ich bin Kaufhaus-Detektiv, leider versuchen manche Menschen zu stehlen. Dann muss ich einschreiten und werde auch angegriffen.“ Daniel (10) interessiert, wann Ricardo mit dem Kampfsport angefangen hat. „Ziemlich früh, da war ich noch jünger als ihr jetzt“, erzählt der Italiener mit dem deutschen Pass, „mit sieben Jahren habe ich Karate erlernt. Dann Taekwondo, Judo und Boxen. Ich kenne tausende Anwendungen.“

Bei Jannes Frage muss Ricardo laut lachen: „Arbeitest du lieber mit Kindern oder Erwachsenen?“, will die Neunjährige geklärt haben: „Das kommt ganz auf die Kinder an. Fragt mich das in einer Stunde, wenn ich euch ein bisschen besser kenne. Noch seid ihr ja ganz lieb.“ Matteo (10 erfährt, dass Villa Vitale zehn Angestellte hat, Sophie (9) erfährt, dass Ricardo oft 48 Stunden am Stück und auch nachts arbeiten muss, Leander erfragt, dass der 43-Jährige seine Freizeit am liebsten mit seiner zwölfjährigen Tochter verbringt: „Die macht auch Selbstverteidigung. Sie meint zu viel, ich meine: noch zu wenig.“

„Rauf auf die Matte“, ruft Ricardo dann durch den Raum, an drei Stationen wird geboxt und getreten. Mit System und gaaaanz viel Spaß. „Hier kommen auch Schüler aus sich raus, die sonst ganz schüchtern sind“, ist Lehrerin Clara Ulrich von der GS Altwarmbüchen begeistert. Ein Blick in die Menge zeigt der 26-Jährigen: die Begeisterung teilen heute alle.

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