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Beeindruckend: Die NP-Grundschüler in der Wrestling-Schule.© Wilde

Aktion

Zeitung in der Grundschule: Besuch bei echten Wrestlern

Alles nur Show? Nicht ganz. Bei der Wrestling School Hannover fliegen die schweren Jungs mit voller Wucht auf die Bretter, auch wenn keiner verletzt werden soll. Die Nachwuchsreporter der Grundschule Altwarmbüchen, Gartenheimstraße, Theodor-Heuss-Schule und Stadtschule Wunstorf sahen einen harten Kampf und stellten noch härtere Fragen.

Hannover. Mit voller Wucht rumst Mr. Mickito auf den Boden. Er kämpft mit aller Kraft gegen die langen Arme von Val Verde, kann sich losreißen und wirft den bärtigen Riesen einfach über seine Schulter.

Was sich anhört wie ein brutaler Straßenkampf, ist in Wirklichkeit ein Duell zwischen zwei Wrestlern. Die Wrestling-School Hannover züchtet, unter der Leitung von Christian Eckstein, professionelle Wrestler heran. und schickt sie auf die Bretter, die für diese Muskelberge die Welt bedeuten. Neben dem Ring sitzen die Schüler der Grundschule Altwarmbüchen, Gartenheimstraße, der Theodor-Heuss-Schule und der Stadtschule Wunstorf.

Die Begeisterung ist groß, der Lärm ohrenbetäubend. Als Mr. Mickito aus zwei Metern Höhe vom Ringpfosten auf den Kopf von Val Verde springt, ist der Kampf entschieden. Danach dürfen Adrian, Felix und Marlin in den Ring und gegen die beiden Profis kämpfen. Am Ende stehen die drei Nachwuchsreporter noch, während die Wrestler am Boden liegen.

Bei der Pressekonferenz will Hannah (10) sofort wissen: „Wie viel ist davon denn Show?“ Eckstein kennt die Frage schon. „So viel wie bei anderen Sportarten auch. Guckt euch mal die Fußballer an, wie die frisiert und gestylt sind und bei jedem Kontakt umfallen.“ Die Wrestler wollen sich zwar nicht gegenseitig umzubringen - die Schmerzen, wenn einer auf den Boden kracht, sind allerdings echt. Eckstein, der als „Lightning Kid“ mehr als 1000 mal im Ring stand, hat sich schon fast alle Knochen gebrochen. „Kriegt ihr Unterstützung von eurer Familie?“

Mr Mickito, mit bürgerlichem Namen Steffen Kiepe, muss lachen. Seine Freundin ist Rachel Fire, die selbst in der Wrestling School kämpft. Sie unterstützen sich gegenseitig. „Bis zu welchem Alter kann man kämpfen?“ fragt Gabriella (10). „Normalerweise ist bei 50 Jahren Schluss“, erklärt der Chef der Wrestling School. „Warum wolltet ihr Wrestling machen?“ fragt Ferris (10). Val Verde, der eigentlich Valentin Bewer heißt, sagt: „Ich habe es als Kind im Fernsehen gesehen und fand das sofort cool. Als Erwachsener habe ich dann ein Probetraining gemacht.“ Anna (9) will wissen, ob man auch auf Tournee geht. „Auf jeden Fall. Es gehört dazu, dass man auch woanders kämpft“, antwortet Eckstein. Er hat sich schon in Finnland, Kenia und halb Europa in den Ring geworfen.

Als die Schüler nach der Konferenz fragen, ob sie mal gegeneinander kämpfen dürfen, geht das natürlich nicht. „Bitte nicht zu Hause nachmachen!“ gibt es als Warnung. Dafür erzählen die Schüler zu Hause sicher von ihrem ersten Live-Wrestling.

Jan Heemann


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