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Meine Stadt Zeitung in der Grundschule: Besuch bei der Feuerwehr
Hannover Meine Stadt Zeitung in der Grundschule: Besuch bei der Feuerwehr
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12:33 14.03.2017
SCHNELL: Sechs Feuerwehrmänner befreien in einer Übung eine Puppe aus einem zerbeulten Auto. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Zersplitterte Scheiben, verbogene Türschlösser - und ein Mensch, eingeschlossen in einem Auto. Sechs Feuerwehrmänner rücken an und lassen das Metall des kleinen roten Autos ordentlich knarzen, als sie die Türen mit einem elektronischen Hebel aus den Angeln brechen.

Was sich nach einer schwierigen Notsituation anhört, ist heute zum Glück für die Feuer- und Rettungswache 5 nur eine Übung. Auf dem Gelände schauen ihr 71 Schüler dabei zu, wie sie die Puppe vom Vordersitz des Wagen befreit und auf eine Trage hebt. Die Schüler filmen mit den Handys und spenden großen Applaus - viel aufregender kann ein Termin für die Nachwuchsreporter der IGS Roderbruch und der Otfried-Preußler-Schule nicht sein.

Foto: Wilde

Aber die Grundschüler dürfen nicht nur zusehen. Mit einer Hebebühne geht es hoch hinaus - und zwar bis zu 54 Meter. Die Teleskopmastbühne, die normalerweise für das Löschen von großen Industriebränden benutzt wird, bietet eine großartige Aussicht über Groß-Buchholz, von wo die Feuerwehr zu ihren Einsätzen startet. 30 Tonnen schwer und eine Million Euro teuer ist das Fahrzeug, das nur bei speziellen Einsätzen dabei ist. Angst hatten die Kinder oben aber nicht, erzählt Aliya (9) - aufgeregt ist sie nach dem kleinen Höhenflug aber trotzdem.

Bei der Pressekonferenz geht es direkt ums Wesentliche. „Was passiert, wenn Sie während des Einsatzes auf Toilette müssen?“, fragt Alice (10). Jörg Segreff, Sprecher der Wache 5, muss lachen und erklärt ihr dann: „Dafür haben wir immer eigene Container mit Toiletten dabei.“

Johannes (10) will wissen, was der schlimmste Einsatz war, den die Feuerwehrmänner erlebt haben. Der Chef der Feuerwehr Hannover, Claus Lange, berichtet von dem ICE-Unglück mit vielen Toten in Eschede im Jahr 1998 - gespanntes Schweigen bei den Schülern. Carl (9) möchte wissen, wie viele Einsätze die Wache hat. „100 000 sind es in ganz Hannover im Jahr“, erklärt Lange.

Auch Ayla (10) hat eine wichtige Frage: „Ist Ihre Schutzkleidung absolut feuerfest?“ Und dann darf sie das Outfit sogar anprobieren. Es ist ihr etwas zu groß, aber „das hält bis zu 1000 Grad Hitze aus“, erläutert der Feuerwehrchef.

„Und sind Sie bei einer Nachtschicht mal eingeschlafen?“, fragt Martin (9). Lange lächelt und erklärt, dass die Feuerwehrleute bei Bereitschaft nachts in der Wache schlafen dürfen, aber wenn der Alarm losgeht, müssen sie natürlich sofort wach und angezogen sein.

Hellwach waren die Schüler nach dem adrenalingeladenen Besuch der Feuerwache auf jeden Fall.

Jan Heemann

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