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Legte ein GEständnis ab:
Veljko M. leugnete aber, zu 
einer Bande von serbischen
 Juwelen-Dieben („Pink
Panther“) zu gehören.

Legte ein GEständnis ab:
Veljko M. leugnete aber, zu
einer Bande von serbischen
Juwelen-Dieben („Pink
Panther“) zu gehören.© Tim Schaarschmidt

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Prozess

Zehn Jahre für Brutal-Raub

Nur Mitläufer oder Bestandteil von organisierter Kriminalität? Der Schwurgerichtskammer war das letztlich egal. Die Richter verurteilten Veljko M. (33) wegen versuchten Mordes, schweren erpresserischen Menschenraubes, schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu zehn Jahren Haft

Hannover. HANNOVER. „Sie sind sehr brutal und kaltblütig vorgegangen“, urteilte der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch.

Am 29. Februar 2016 hatte M. mit drei Komplizen (noch flüchtig) eine 73-jährige Mitarbeiterin eines Innenstadt-Juweliers gekidnappt. Zwei Stunden lang folterten sie das Opfer. Veljko M. ging dann mit dem Tresorcode in das Geschäft, dabei löste er den stillen Alarm aus. Als er auf einem Monitor zwei Polizisten vor dem Juwelier sah, ergriff er die Flucht. Dabei griff er nach einer Pistole, die auf dem Tresor lag. Auf der Flucht feuerte er das Magazin leer. „Sie haben auf den Körper des Beamten gezielt“, erklärte Rosenbusch. Das Gericht wertete das als versuchten Mord.

Der Erklärung von Anwalt Dimitrios Kotios, dass der Angeklagte wusste, dass es sich um eine Gaspistole handelte, folgte das Gericht nicht. Und zwar aus zwei Gründen: Veljko M. konnte unmöglich im schummrigen Tresorraum die kleine, schwarze Schrift „Knall & Gas“ lesen. Außerdem mache es keinen Sinn, in dieser Situation mit einer Gaspistole auf Polizisten zu schießen. Schließlich musste der Verbrecher damit rechnen, von den Beamten erschossen zu werden.

Am Ende der Beweisaufnahme legte der Angeklagte ein Geständnis ab. Er habe sich in Serbien für ein Taxiunternehmen verschuldet. Als ihm die Schulden über den Kopf wuchsen, sei er darauf angesprochen worden, in Deutschland krumme Dinge zu drehen. Angeblicher Lohn: Schuldenerlass und 10 000 Euro. Und: „Ich kenne die Pink Panther nicht, ich gehöre nicht dazu.“ Eine bemerkenswerte Äußerung. Die „Pink Panther“ sind eine weltweit agierende Verbrecherbande. Die Mitglieder, die ohne feste Hierarchie (anders als bei der Mafia) netzwerkartig organisiert sind, sind laut Interpol für 120 Juwelier-Überfälle (Beute: 500 Millionen Euro) verantwortlich. Die Verbrecher stammen aus dem ehemaligen Jugoslawien und haben oft einen militärischen Hintergrund.

In Hannover hatte die Bande das Objekt der Begierde tagelang ausbaldowert. Die Mitarbeiterin wurde verfolgt und kurz vor ihrem Zuhause von zwei maskierten Männern gepackt und in einen VW-Transporter T 4 gezogen. „Die Entführung wirkte wie aus dem Drehbuch eines Krimis. Die Frau hatte Todesangst“, meinte Staatsanwalt Martin Lienau. Er hatte elf Jahre Haft für Veljko M. gefordert.


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