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Meine Stadt Wollte Maria G. ihren reichen Ex-Mann ermorden lassen?
Hannover Meine Stadt Wollte Maria G. ihren reichen Ex-Mann ermorden lassen?
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00:24 13.06.2015
VOR GERICHT:Maria G. Quelle: holz
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hannover

von thomas nagel

hannover. 18. Juni 2013: Unternehmer Wolfgang Fuhrmann (59) geht vom Mittagessen nach Hause. Mitarbeiter begleiten ihn. Es ist schönes Wetter, viele Menschen sind auf der Königstraße unterwegs. „Gestern waren so viele Leute da. Unglaublich. Keine Chance. Sie hätten mich gesehen“, sagt ein Mann, der aus dem Kosovo stammen soll. Er wollte Wolfgang Fuhrmann erschießen. Der verhinderte Auftragsmörder bestärkte die Frau zuvor noch: „Er (gemeint ist Wolfgang Fuhrmann, d. Red.) will das Gleiche auch wie du, er will dich auch um die Ecke bringen.“

Vom Mordkomplott gegen den Unternehmer ist zumindest die Polizei überzeugt. Die Ermittler haben zu dem Zeitpunkt das Telefon von Maria G. (39) abgehört. Gegen sie liefen Ermittlungen wegen des Einbruchs bei ihrem Ex-Mann im Schloss Ricklingen (Beute im Wert von 1,3 Millionen Euro).

„Ich habe dann eine Woche Polizeischutz erhalten“, er-zählt Fuhrmann. Anschließend sei er nach Spanien in den Urlaub gefahren. Rückblickend sagt er über die Bedrohung: „Für mich war das nicht so schlimm, aber für meine Familie.“ Ende Juli 2013, also einige Wochen später, wurden der Unternehmer und Maria G. geschieden. Er vermutet, dass seine Ex auf sein Vermögen scharf war. Die Protokolle legen den Schluss nahe, dass die Frau nicht wollte, dass ihr eines ihrer Kinder weggenommen würde. Sie behauptet, ihr Ex habe sie beim Jugendamt angeschwärzt. Ein Rosenkrieg mit fast tödlichem Ausgang?

„Es ist ein Ermittlungsverfahren gegen die geschiedene Frau anhängig. Zum Inhalt kann ich nichts sagen“, so Thomas Klinge, Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover. Der NP liegen Unterlagen vor, aus denen hervorgeht, dass es sich um den versuchten Auftragsmord handelt.

Es gibt auch eine Zeugenaussage, darin wird behauptet, dass die Frau bereits 2008 nach einem Auftragsmörder suchte. Sie habe sich schon als „superreiche“ Witwe gesehen. Doch der vorbestrafte Räuber lehnte ab. Als Mörderlohn habe sie „100 000 oder 200 000 Euro“ genannt. Der Zeuge erklärte ferner, dass die Frau ihn für den Einbruch im Schloss Ricklingen anheuern wollte. Sie kenne Alarm-codes und wisse, wo der Tresorschlüssel liege.

Zumindest in diesem Punkt ist die Staatsanwaltschaft dem Zeugen wohl nicht gefolgt. Das Verfahren wegen des Millionencoups gegen Maria G. wurde eingestellt. Nach NP-Informationen ist der Zeuge, der vom Mordkomplott berichtet, mit Vorsicht zu genießen.

Es gibt aber einen zweiten Zeugen. Er sagte der Polizei im Juni 2013: „Um den Herrn Fuhrmann sollte ich mich ‚kümmern‘, weil er die Zwillinge entzogen hätte. Die Marie sagte zu mir: ‚Der braucht mal so richtig einen auf die Schnauze!‘“ Der Zeuge lehnte die Offerte „Gewalt gegen Geld“ ab. Beide Zeugen wurden der Polizei von Wolfgang Fuhrmann genannt.

Die Anwältin von Maria G. forderte in dem Verfahren wegen des versuchten Mordauftrags eine Einstellung des Verfahrens: „Kein hinreichender Tatverdacht.“ Der Zeuge sei nicht glaubwürdig und habe sich eine „Räuberpistole“ ausgedacht.

Die Beschuldigte wird derzeit von Bernd Karwiese vor dem Amtsgericht Hannover vertreten. Sie soll zwei Männern Tipps für Einbrüche gegeben haben (NP berichtete). Der Anwalt wollte gestern keine Stellungnahme zu den Vorwürfen eines Mordkomplotts abgeben. Er berief sich auf seine anwaltliche Schweigepflicht.

Eventuell werde sich seine Mandantin gegenüber der NP äußern. Aus den Akten geht hervor, dass die Frau davon ausging, dass ihr Ex sie „vernichten“ wolle.

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