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Hannover Meine Stadt Wohin steuert Regiobus?
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00:25 19.05.2018
SEIT aNFANG 2018 IN DER VERANTWORTUNG: Petra Oelfke und Regina van Zadel (links) leiten die Regiobus GmbH. Quelle: Foto: Dröse
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Hannover

Bei der Regiobus ist vieles im Umbruch: neues Betriebshof-Konzept, neue Verkehrsplanung und die Umstellung auf E-Mobilität. Doch die beiden Chefinnen, Petra Oelfke und Regina van Zadel, müssen außerdem noch Vergangenheitsbewältigung betreiben. Im Mittelpunkt steht erneut der Gesamtbetriebsleiter (52) des Unternehmens, der auch Chef des Betriebshofes Eldagsen ist (siehe Info-Text). Nach NP-Recherchen besteht der Verdacht, dass er einen Geschäftspartner aus dem Sicherheitsbereich zu seinem Stellvertreter machen wollte. Zuvor soll er die Security-Firma mehr oder weniger im Alleingang mit lukrativen Aufträgen bedacht haben – ohne Ausschreibung.

Die Security-Firma arbeitet seit 2011 für die Regiobus. Als es Ende 2014 zu einem Großbrand in Eldagsen kam, habe der Gesamtbetriebsleiter die Firma auf seinen Betriebshof geholt, teilte Regiobus-Sprecher Tolga Otkun mit. Die Firma ist seit Januar 2015 im Objektschutz für die Regiobus tätig. Das Gesamtvolumen dieser Aufträge laut Regiobus: 625 000 Euro. Die Aufträge seien je nach Notwendigkeit – nach Bränden und Einbrüchen – auf verschiedenen Betriebshöfen erteilt worden, so Pressesprecher Tolga Otkun. Doch seit Juni 2016 seien die Leistungen der Firma „ohne weitere besondere Überprüfung beibehalten“ worden. Die neue Geschäftsführung habe die Leistungen der Security-Firma zum 30. Juni 2018 gekündigt.

Die NP hat mehrfach über fehlende Ausschreibungen bei der Regiobus berichtet. Vom Unternehmen wurde diese Kritik stets zurückgewiesen. Dennoch hat sich in den vergangenen Monaten eine Anwaltskanzlei die Vergaben in dem Busunternehmen angeschaut. Dabei drangen die Chefinnen darauf, alle problematischen Auftragsvergaben zur Prüfung vorzulegen. Nach NP-Informationen hat der Gesamtbetriebsleiter die Vergabe an die Security-Firma nicht offengelegt. Er soll dafür von seiner Chefin Oelfke heftig kritisiert worden sein. Die Regiobus erklärte, dass die Anwaltskanzlei diese Vergabe geprüft habe.

Der Gesamtbetriebsleiter

Der Gesamtbetriebsleiter (52) und Prokurist ist so etwas wie die graue Eminenz bei Regiobus. Unter Ex-Geschäftsführer Hans-Georg Martensen hatte er nahezu freie Hand. Martensen ist aus freien Stücken Ende 2017 zurückgetreten.

Dass der Prokurist immer noch im Amt ist, stößt vielen Beschäftigten der Regiobus sauer auf. Die NP hat im Dezember 2017 berichtet, dass der leitende Angestellte von 2003 bis 2010 stiller Teilhaber an einem Hamelner Busunternehmen war. Dieser Subunternehmer fuhr quasi seit seiner Unternehmensgründung im September 2003 für Üstra-Reisen. Damals war der Regiobus-Manager noch Prokurist bei Üstra-Reisen. Seit Ende 2007 ist der Hamelner Busunternehmer auch für Regiobus unterwegs und fährt seitdem auf dem Betriebshof Eldagsen, wo der Gesamtbetriebsleiter das Sagen hat. Die Regiobus GmbH hat immer eine geschäftliche Beziehung zwischen Manager und Subunternehmer bestritten und von einer „gesellschaftsrechtlichen“ Verbindung gesprochen.

2006 erfolgte eine Gewinnausschüttung vom Subunternehmer von mehr als 20 000 Euro. Und zwar nicht auf das Konto des Regiobus-Managers, sondern auf das Konto eines Angehörigen. Bis 2011 war dieser Angehörige offiziell als Mitarbeiter für den Subunternehmer tätig.

Unternehmenssprecher Otkun räumte ein, dass sich kürzlich „ein ehemaliger Mitarbeiter“ der Sicherheitsfirma auf den Posten des stellvertretenden Betriebsleiters in Eldagsen beworben habe. Der Gesamtbetriebsleiter soll sich für ihn stark gemacht haben, heißt es im Unternehmen. Das hat nach NP-Informationen den Betriebsrat auf die Palme gebracht. Das Gremium habe eine Günstlingswirtschaft vermutet und die Personalie von vornherein blockiert.

Das Unternehmen dementiert diese Darstellung: „Das Stellbesetzungsverfahren ruht zur Zeit. Aktuell findet eine generelle Überprüfung der Stellenbedarfe im Zusammenhang mit der Standortfrage, der Anzahl und Organisation der Betriebshöfe statt.“

Doch das Vertrauen der Geschäftsführung in den Gesamtbetriebsleiter scheint erschüttert. Wie sonst erklärt sich, dass es Nachforschungen in der Firma gegeben hat? Otkun bestätigte entsprechende NP-Informationen: „Im Zuge von rechtlichen Überprüfungen diverser Auftragsvergaben wurden unter anderem auch in Eldagsen Vorgänge erfragt und gesichtet.“ Noch bemerkenswerter ist, dass der Unternehmenssprecher freiwillig einräumt: „Die Vergabe von Aufträgen an die Firma (…) Security war ebenfalls Gegenstand dieser Überprüfungen.“ Zu den Ergebnissen dieser Überprüfungen äußerte sich Regiobus nicht.

Von Thomas nagel

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