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SONNENBAD: Katarzyna Izydorzynutzt die Zwangspause auf demParkplatz, um die Sonne zu genießen, ehe die Fahrt nach demWochenende weitergeht.

SONNENBAD: Katarzyna Izydorzy nutzt die Zwangspause auf dem Parkplatz, um die Sonne zu genießen, ehe die Fahrt nach dem Wochenende weitergeht.© NANCY HEUSEL

LKW-Fahrer

Wochenende auf dem Rastplatz

Ferien - das bedeutet für Lkw-Fahrer längere Zwangspausen auf den Parkplätzen. Was macht man da eigentlich die ganze Zeit? Die NP hat mit einigen von ihnen gesprochen.

Hannover. Die Sonne brennt auf den Asphalt, auf der Autobahn rast ein Wagen nach dem anderen vorbei. Der Parkplatz bei Garbsen auf der A2 lädt nicht unbedingt dazu ein, dort das Wochenende zu verbringen. Doch zwischen der endlosen Reihe parkender Lkw trifft man auf zwei gut gelaunte junge Männer, die zusammen grillen. Ernest Meynek und Radosiaw Janus stehen am Truck, dessen Tank als Esstisch herhalten muss. Sie essen, trinken und scherzen zusammen. Sie kennen sich allerdings erst seit ein paar Stunden. „Mein Truck steht da drüben“, sagt Ernest und deutet auf die andere Seite des Parkplatzes. Eigentlich muss er weiterfahren, seine Lieferung muss nach England. Aber in der Ferienzeit vom 1. Juli bis zum 31. August herrscht samstags von 7 Uhr bis 20 Uhr für Lkw Fahrverbot. Dazu kommt noch das generelle Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen - so müssen die meisten Fahrer ihr Wochenende auf dem Rastplatz verbringen.

„Der Samstag ist immer ein Problem. Ich kann hier nur stehen und warten“, erzählt Ernest. „Dieser Job ist hart, die Zeit hinterm Steuer ist lang. Diese Regelung macht es nicht leichter.“ Etwas anderes zu machen, kann der 24-Jährige sich aber nicht vorstellen. Er macht den Job bereits seit zwei Jahren: „Ich liebe das Fahren, es ist mein Lebensstil. Nicht jeder ist für diesen Job gemacht.“ Wenn er bald nach drei Wochen in seine Heimat Polen zurückkehrt, ist er erst einmal für zwei Wochen mit seiner Frau und seinem Kind zusammen, ehe es für Ernest wieder auf die Straße geht.

Einen Truck weiter sitzt Katarzyna Izydorczy (24) in kurzer Hose und Bikini auf der Frontschürze ihres Trucks und sonnt sich genüsslich. „Wir stehen hier seit Freitag“, erzählt ihr Freund Mateusz Faderski (26). „Das ist unser siebtes Wochenende.“ Von Erschöpfung ist bei dem polnischen Paar aber nichts zu sehen. Mit ihren Nachbarn trinken sie ein Bier, kochen und machen das beste aus der Zwangspause. „Wenn polnische Trucker aufeinander treffen, tun sie sich immer zusammen“, erzählt Katarzyna. „Man hilft dem anderen wo es geht.“ Nach dem Wochenende müssen sie und ihr Freund weiter nach Köln. „Wir kommen wohl am ersten September zurück nach Polen“, schätzt Mateusz. Radosiaw hingegen weiß noch nicht, wohin er als nächstes fährt: „Vielleicht Dänemark. Ich warte auf den Anruf.“ Sobald der 27-Jährige seine Anweisungen bekommt, kann auch er sich auf den Weg machen, um möglichst schnell wieder bei seinen beiden Kindern in Polen zu sein.

Stadteinwärts an der B 6 wartet auch Stanislav Smutný auf das Ende des Fahrverbots. Bis dahin muss er hier ausharren. Zwei oder drei Stunden schläft er tagsüber, die meiste Zeit schreibt er SMS. Auf seinem Armaturenbrett liegt zwischen allerlei Kleinkram ein Buch mit Familienbildern. So lange von seiner Familie getrennt zu sein, macht ihn traurig, erzählt der Slovake. Aber Hannover ist die Endstation für den 45-Jährigen. Wenn er seine Ware abgeladen hat, kann er wieder zu seinen Kindern zurück. Aus einem Fach zieht er einen Kalender heraus und schlägt den 24. August auf. „Slovensko“ hat er hier eingetragen. Für ihn geht es endlich nach Hause.

Von Leonie Gebhard


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