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HANNOVERS ÄLTESTES BAUERNHAUS: Notfalls Zwangsenteignung, fordert Bezirksbürgermeister Henning Hofmann.

HANNOVERS ÄLTESTES BAUERNHAUS: Notfalls Zwangsenteignung, fordert Bezirksbürgermeister Henning Hofmann.
© König

Hannovers ältestes Bauernhaus verfällt

Wird dieser Hof enteignet?

Erbaut 1619, seit 30 Jahren verwaist – Hannovers ältestes Bauernhaus ist bald nur noch eine Ruine. Jetzt kommen neue Ideen zur Rettung, notfalls nach Zwangsenteignung.

HANNOVER. „Der Herr bewahre dieses Haus“. Was auf dem Torbalken des Köritzhofes in Groß-Buchholz steht, scheint Anwohnern und Passanten wie bittere Ironie. Das älteste Bauernhaus Hannovers verfällt seit gut 30 Jahren. Jetzt gibt es eine neue Allianz zu seiner Rettung. „Zwangsenteignung“, fordert Bezirksbürgermeister Henning Hofmann (SPD). Den Vorsitzenden des Vereins Haus- und Grundeigentum, Rainer Beckmann, hat er auf seiner Seite.

„Alle reden von Denkmalschutz. Was hier passiert, ist Denkmalschande“, fand Beckmann, dem Friedrich-Wilhelm Busse am Wochenende das Haus an der Pinkenburger Straße zeigte. Als Vorsitzendes des gleichnamigen Freundeskreises kämpft Busse seit Jahren um die Rettung vor dem Verfall. Lange lässt sich sich der endgültige Zusammenbruch des 1619 erbauten Hofs wahrscheinlich kaum aufhalten.

Auf der Fläche, die eigentlich Garten sein sollte, wuchert das Unkraut meterhoch. Ein ausgedienter Wohnwagen verrottet. Nur dürftig halten die Ziegel auf dem Dach des Haupthauses mit den Eichenbalken. Die Wände bestehen aus Weidengeflecht, mit Lehm verputzt. im später erbauten Nebenhaus ist der Putz längst von den Wänden gefallen. Die Scheiben sind geborsten oder fehlen gänzlich.

Der Besitzer ist ein hochbetagter Mann, der in Hessen lebt, sowie dessen Nichte. Er versteht den Hof als Familienbesitz. Seine Vorfahren, zugezogen Anfang des 17. Jahrhunderts, bauten das Haus, in dem seit Jahren niemand mehr lebt. Ohne Fördergelder, so der Senior, lasse sich nichts sanieren.

Mehrfach hat sich der Bezirksrat Buchholz-Kleefeld mit der Immobilie beschäftigt auch weil Nachbarn Schäden fürchten. Busse beklagt, dass nicht nur der Besitzer, sondern auch die Stadt Hannover ein einzigartiges Bauwerk verfallen lasse. Die Verwaltung versichert, sie habe Beratung angeboten, auf die Erhaltungspflicht hingewiesen – immer vergeblich.

Beckmann reichen die hilflosen Interventionsversuche , Hofmann erst recht. „Das Haus ist ein wichtiges Kulturgut für die Stadt, ja sogar für das Land Niedersachsen“, sagt der Bezirksbürgermeister. Der weitere Verfall müsse gestoppt werden notfalls durch Zwangsenteignung.

Busse kennt Investoren, die an Hannovers ältestem Bauernhaus trotz der massiven Schäden durchaus interessiert wären. Der Köritzhof, so hofft er, könne wieder zum Juwel im historischen Dorfkern werden, wenn der Denkmalschutz mal mehr machte als Beratung anzubieten.

Von Vera König


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