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Meine Stadt Hannover 96: Wirbel um Hass-Banner und angezapftes Telefon
Hannover Meine Stadt Hannover 96: Wirbel um Hass-Banner und angezapftes Telefon
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00:26 31.05.2018
Prozess um Hass-Banner: Sascha G. (links), Hannes Morton M. (Mitte), Niklas V. (rechts) und die Verteidiger. Quelle: Petrow
Hannover

Ein Skandal-Banner und ein polizeilich angezapftes Telefon in der Fußballfan-Szene von Hannover – das ist der Stoff, der selbst einem Berufungsprozess noch eine gewisse Würze gibt. Zum zweiten Mal mussten sich am Montag die 96-Ultras Niklas V. (26), Hannes Morton M. (24) und Sascha G. (24) verantworten, weil sie in der Nordkurve der HDI-Arena mit einem umstrittenen Transparent das versuchte Tötungsdelikt der islamistischen Terroristin Safia S. (heute 17) an einem Bundespolizisten bejubelt haben sollen.

Sorgt für Aufregung: Dieses Transparent war 2016 in der Nordkurve der HDI-Arena gezeigt worden. Quelle: privat

Neu: Das brisante Spruchband soll schon bei einem Stammtisch der Fanszene für Diskussionen gesorgt haben, bevor es am 1. März 2016 öffentlich im Stadion gezeigt wurde. Das weiß die Polizei laut einem szenekundigen Beamten aus einer damals verdeckten Telefonüberwachung. Dummerweise befindet sich darüber aber kein Wort in den Ermittlungsakten gegen das Trio.

Auf dem Überwachungsvideo der Polizei vom Spiel Hannover gegen Wolfsburg ist zu sehen, dass G. die Papierrolle mit der Aufschrift „We love Teens! ACAB!“ (Wir lieben Teens – All Cops Are Bastards = Alle Polizisten sind Bastarde) eine Stunde vor Spielbeginn ins Stadion bringt. V. und M. waren die Hauptakteure nach Anpfiff, als das Hass-Transparent im Oberrang der Nordkurve entrollt wurde. Dafür waren die Männer schon wegen Billigung von Straftaten im Amtsgericht zu teilweise hohen Geldstrafen verurteilt worden (NP berichtete).

Sinn des Spruchbands nicht verstanden?

Dagegen legte das Trio aber Berufung ein, deshalb geht der Fall im Landgericht in die Verlängerung. V. und M. wollen erst im Stadion gesehen haben, was auf dem Transparent zu lesen war. G. will zunächst „den Sinn des Banners gar nicht verstanden“ haben. Erst nachdem die Medien den Bezug zum bundesweit beachteten islamistischen Attentat auf den Polizisten im Hauptbahnhof hergestellt hatten, will der Bürokaufmann den Zusammenhang erfasst haben. Auf dem Spruchband waren auch eine blutige Hand und ein blutiges Messer zu sehen.

Richter Andreas Kreuzer hielt dem Trio vor, für welch‘ große Empörung die Aktion seinerzeit in Polizei- und Justizkreisen gesorgt hatte: „Das war nicht nur eine unschöne, sondern eine gravierend üble Sache.“ Auf die Frage, wie sie den Vorfall heute einstufen, gaben sich die Angeklagten etwas kleinlaut. M. will sich „keinen Kopf gemacht hat, welches Ausmaß das hat“. Als das Banner gezeigt wurde, war der Azubi zusätzlich fünfmal mit dem Daumen über seinen Hals gefahren. Seine Anwältin erklärte dazu: „Die Halsabschneider-Geste macht er gerne und regelmäßig in Richtung gegnerischer Fans.“

Debatte über Transparent bei Fan-Stammtisch

Für Überraschung nicht nur auf der Anklagebank sorgte der szenekundige Beamte, der über ein angezapftes Telefon bei einem Mitglied der Fanszene berichtete. Daraus wisse die Polizei, dass es vor dem Spiel 96 gegen Wolfsburg Diskussionen bei einem Fan-Stammtisch gegeben habe, ob das Banner tatsächlich in der Arena gezeigt werden solle oder nicht. Spannende Frage: War das Ultra-Trio bei diesem Treffen dabei? Oder nicht?

Die Information von der Debatte beim Stammtisch befindet sich nicht in den Ermittlungsakten bezüglich des Skandal-Banners. Der Verteidiger von V. vermutet, dass die Beamten dies aus einer Telefonüberwachung bei einem mutmaßlichen Hooligan wissen. Er soll in Verdacht gestanden haben, Prügeleien unter Fußballfans (Drittortauseinandersetzungen) organisiert zu haben. Vor allem die Verteidigung sieht weiteren Aufklärungsbedarf – Fortsetzung am 8. Juni.

Von Britta Mahrholz

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