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Meine Stadt Wiesenvögel-Bestand sinkt dramatisch
Hannover Meine Stadt Wiesenvögel-Bestand sinkt dramatisch
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16:33 01.09.2017
AUF DER JAGD: Ein Fischadler am Steinhuder Meer. Die Greifvögel siedeln im Raum Neustadt/Wunstorf. Quelle: Foto: Heuer
Hannover

Im Raum Neustadt/Wunstorf nisten wieder Fischadler, doch Kiebitze, Brachvögel und Uferschnepfen sind im Bereich der Landeshauptstadt immer seltener zu sehen: „Der Großraum Hannover ist weitgehend geräumt von den Wiesenvogelarten“, stellte Markus Nipkow, Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte, fest.

Gestern feierte er in Hannover mit rund 200 Gästen, darunter Umweltminister Stefan Wenzel, das 70-jährige Bestehen der Warte.

Der Grünen-Politiker betonte: „Die Artenvielfalt ist unsere Lebensversicherung.“ Doch um die sei es in städtischen Schrebergärten oft besser bestellt, „als in der ausgeräumten Agrarsteppe. Der Erhalt der biologischen Vielfalt gehört ohne Zweifel zu den zentralen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Der Handlungsbedarf ist enorm.“ Besonders die Bestände der Wiesenvögel, Uferschnepfen, Kiebitze und Brachvögel gingen weiterhin dramatisch zurück.

Im Mittelpunkt der sich an den Festakt anschließenden Fachtagung stand die EU-Vogelschutzrichtlinie. Auf deren Basis hat das Land auf rund 340 000 Hektar bisher 71 europäische Vogelschutzgebiete ausgewiesen. Nipkow: „Die Vogelschutzrichtlinie ist ein Geschenk Europas an den Vogelschutz. Ohne die Richtlinie würde es vielen Arten bedeutend schlechter gehen.“

Umweltminister Wenzel lobte das Engagement der Vogelschützer: „Das Monitoring mit vielen Ehrenamtlichen schafft Wissen, wie Natur sich entwickelt.“ Aufgrund dieser Daten könne das Land „angemessen agieren“.

Die 1947 gegründete Staatliche Vogelschutzwarte gehört seit Jahren zum Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Ihre Zentrale liegt an der Göttinger Chaussee (Ricklingen); Außenstellen gibts in Oldenburg, an der Unterelbe und am Dümmer See. NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer dankte besonders den rund 300 ehrenamtlichen Vogelschützern, die landesweit mit den rund zehn hauptamtlich Beschäftigten zusammenarbeiten.

Von Andreas Körlin

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