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Hannover

Wie viel Wolf darfs denn sein?

Bis zu 60 Wölfe gibt es laut Umweltministerium derzeit in Niedersachsen. Aber können es auch zu viele werden? Die Behörde in Hannover will jetzt prüfen lassen, ob es eine „verträgliche Größe gibt“, die nicht überschritten werden sollte.

Hannover. Dazu will das Ministerium eine wissenschaftliche Untersuchung in Auftrag geben, bestätigte gestern Ministeriumssprecher Rudi Zimmeck. Derzeit werde noch geklärt, was genau dabei alles berücksichtigt werden müsse.

Hintergrund: Seit 2007 gibt es wieder Wölfe in Niedersachsen - und jeden Sommer werden es mehr. Seit Ende vergangenen Jahres häufen sich laute Klagen von Nutztierhaltern über von Wölfen gerissene Tiere. Das Land geht davon aus, dass seit Ende 2008 Wölfe 66 Mal Schafe, Rinder und Damwild von Weiden und aus Gehegen gerissen haben.

Noch sei die Zahl der Wölfe im Land allerdings so gering, dass ihr Bestand nicht als gesichert angesehen werden könne, betonte Zimmeck. Die Studie solle auch klären, wie sich der Jäger voraussichtlich ausbreiten werde. „Es geht auch um die Frage, ob wir Landkreise vorbeugend in das Herdenschutzprogramm aufnehmen können.“ In diesen Landkreisen bezuschusst das Umweltministerium zum Beispiel den Bau von Weidezäunen, die Wölfe nicht überwinden können.

Von den 38 niedersächsischen Landkreisen sind derzeit 21 in das Programm aufgenommen, darunter auch die Region Hannover. Die Frage nach Schutzzäunen wird besonders mit Blick auf die Nordseeküste diskutiert. Dabei gehts auch um die Frage, ob sich die Schafherden auf den Deichen überhaupt mit Absperrungen vor Wölfen schützen lassen.

Außerdem gibt es noch eine Besonderheit, die die Fachleute in Niedersachsen beschäftigt: Wölfe, die vom Rudel abstammen, das auf dem Truppenübungsplatz Munster zu Hause ist, zeigen nicht die Scheu vor Menschen, die die Tiere laut Lehrbuch eigentlich haben sollten. Sie haben sich Menschen bis auf wenige Schritte genährt, sogar lauten Traktoren.

Vor drei Wochen hat das Land einen dieser Wölfe mit einem Peilsender ausstatten lassen, um Informationen sammeln zu können. Sollte sich zeigen, dass der Wolf zu nah an Siedlungen herankommt, soll ihm mit Gummigeschossen eingebläut werden, dass es weh tut, sich Menschen zu nähern.

Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) betont stets, dass die Tiere auch in Gehege gesperrt oder getötet werden können, wenn eine Gefahr für Menschen anders nicht auszuschließen ist. „Bei allen Maßnahmen im Umgang mit dem unter Artenschutz stehenden Wolf steht für das Land die Sicherheit der Menschen immer an erster Stelle.“

Vor einer Woche hat der Minister in Hannover ein „Wolfsbüro“ eröffnet, das über das Tier aufklären und sich um Prävention von Wolfsrissen kümmern soll. Und wenn das nicht geholfen hat, auch um Entschädigungszahlungen für Tierhalter.


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Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok