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Meine Stadt Wie packt Hannover die Energiewende?
Hannover Meine Stadt Wie packt Hannover die Energiewende?
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06:15 16.11.2012
Diskutierten: Matthias Miersch, Rebecca Harms, Caren Lay, Maria Flachsbarth und Patrick Döring diskutierten. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
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Hannover

„Wenn der Mönninghoff zweimal quietscht ...“ Das ist nicht der Titel einer neuen Gruselkomödie, sondern ein Signal für kurze Vorträge. Auf der Diskussionsveranstaltung im Regionshaus „Die Energiewende - Konsequenzen für die Region Hannover“ wies Hannovers Umweltdezernent Hans Mönninghoff mittels einem Quietscheschwein darauf hin, wenn die Redner ihre Vortragszeit von fünf Minuten überschritten. Mit Erfolg!

Zu der Veranstaltung am Montagabend waren 250 Besucher gekommen. Zweieinhalb Stunden hörten sie, dass die klimaneutrale Region bis 2050 machbar ist. Stadtwerke-Chef Michael Feist kalkulierte die Kosten für dieses Ziel auf etwa vier Milliarden Euro. Karin Merkel von der Verbraucherzentrale forderte „Tarife, die zum Energiesparen anregen“. Lorenz Hansen, Chef des Wohnungsbauunternehmens Gundlach, vermisst einen gesellschaftlichen Konsens bei der energetischen Sanierung von Häusern: „Der E+-Standard verursacht hohe Kosten, das bedeutet auch höhere Mieten.“

In der anschließenden Podiumsdiskussion stießen fünf hochrangige Politiker immer wieder auf das Thema Kosten und sozialer Ausgleich. Rebecca Harms (Grüne), Mitglied des Europaparlaments, meint: „Gerade sozial Schwache profitieren von der Senkung des Energieverbrauchs. Wir fordern deshalb einen Energiesparfonds.“ Maria Flachsbarth, CDU-Bundestagsabgeordnete, favorisiert eher steuerliche Abschreibung bei energetischer Sanierung: „Der Deutsche tut nichts lieber als Steuern sparen.“ Caren Ley, verbraucherpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, will die Zügel straffer anziehen: „Wir brauchen eine Tarifgestaltung mit sozialen und ökologischen Anreizen.“

Für den umweltpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch, hat die ganze Debatte eine Schieflage: „Die umweltschädlichen Industrien wurden günstig gerechnet, warum machen wir das nicht für die erneuerbaren Energien?“ Da bekommt FDP-Generalsekretär Patrick Döring eine Gänsehaut - er ist gegen Subventionspolitik: „Die Fotovoltaikförderung beträgt dieses Jahr fünf Milliarden Euro. Auf 20 Jahre gerechnet macht das 100 Milliarden Euro. Das fliegt uns um die Ohren.“

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