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ALT: Solche Tonnen haben viele Anwohner noch vor ihren Häusern.

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Abfall

Wie gerecht sind die neuen Müllgebühren?

In Stadt und Umland soll es neue Restmüllgebühren geben. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg entschied, dass die bisherigen Gebühren ungerecht sind. NP-Mitarbeiterin Eva-Maria Weiss erklärt, was die Veränderungen für die einzelnen Haushalte bedeuten. Wer zahlt in Zukunft mehr und für wen wird es durch das Konsensmodell von aha und Region billiger?

Hannover. Die neuen Müllgebühren sollen kommen - und bedeuten vor allem für personenschwache Haushalte im Umland eine Entlastung: Sie sparen zwischen ein und drei Euro. Dafür zahlt eine Familie mit vier Personen acht Euro mehr im Monat, die in einem Eigenheim im Umland wohnt. Statt bislang 20 Euro werden es für sie gut 28 Euro sein. Darüber, dass ausgerechnet Familien mehr zahlen müssen, sagt der stellvertretende Geschäftsführer von aha, Thomas Reuter: „Es geht nach verbrauchtem Müll, und der entsteht pro Person - eine Sozialklausel, nach der wir Familien besser stellen können, ist uns nicht erlaubt.“

Ist das gerechter als bisher? Im Umland gibt es eine Grundgebühr von 12,40 Euro im Monat pro Wohnung - egal, wie viele Personen dort leben. Dazu kauft man Restmüllsäcke im Supermarkt (85 Cent pro 35 Liter Sack). „Im Urteil des Gerichts steht klar geschrieben, dass ein Vierpersonenhaushalt nicht nahezu das Gleiche zahlen darf wie ein Haushalt mit einer Person“, erklärt Thomas Reuter. Die Mehrkosten für die Anzahl der benutzten Müllsäcke würden dieselbe Höhe der Grundgebühr nicht ausgleichen.

Weitere Kritik: Aha deckt 80 Prozent seiner Gesamtkostenfür die Restmüllabfuhr über die Grundgebühr. Eine für alle Haushalte gleiche Grundgebühr dürfe höchstens 30 Prozent der Gesamtkosten abdecken. Auch hier müsse differenziert werden.

Der Weg, im Umland die Tonne einzuführen, mit gleichen Gebühren wie in der Stadt, scheiterte. Viele Anwohner haben nicht den Platz für eine Tonne. Häuser, die vor 40 Jahren gebaut wurden, haben oftmals Vorkehrungen für alte Eisentonnen. Die sind aber kleiner als die heutigen 120-Liter-Standardtonnen aus Plastik.

Das Beibehalten der Sackabfuhr und die geforderte Abnahme der Grundgebühr auf die erlaubten 30 Prozent hätten nach Rechnung von aha zur Folge gehabt, dass jeder Sack etwa drei Euro gekostet hätte. „Wir hatten die Sorge, dass niemand mehr die Säcke kauft - stellenSie sich vor, eine Rolle Müllsäcke mit zehn Stück hätte im Supermarkt 30 Euro gekostet“, erklärt Reuter.

Weil eine Tonne voraussetzt, dass ein bestimmtes Volumen bezahlt wird, müssen auch die Säcke im Vorfeld nach Volumen gekauft werden. Sonst wäre wieder Ungerechtigkeit entstanden. Jeder Bürger müsse nun angeben, wie viel Müll er produziert.

Zu dem komplexen Rechenmodell von Grund- und Wohnungsgebühren und Kosten nach Volumen kommt eine Umstellung der Kosten für Biomüll - da dieser über den Restmüll subventioniert wird. In den Rechnungen unserer Beispiele ist der Biomüll inbegriffen - aha hat allerdings in den von ihm vorgelegten Beispielen unterschiedliche Werte ermittelt. Generell werden Biotonnen um die Hälfte günstiger. Die Biosäcke jedoch, die es im Umland weiter geben soll, steigen im Preis von 39 auf 67 Cent.

Das Konsensmodell kostetetwa 4,2 Millionen Euro im Jahr mehr. Dazu kommen 8,6 Millionen Euro für die Umsetzung. Die Mehrkosten entfallen auf die Gebühren - die meisten Haushalte werden einen Anstieg vonein bis drei Euro haben. Die von aha angegebenen Zahlen sind nicht endgültig - für eine abschließende Berechnung müssen erst alle Haushalte und Personen erfasst werden.


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