Navigation:
Dana Böttger hatte einen Reitunfall und wurde durch Erste Hilfe gerettet

Dana Böttger hatte einen Reitunfall und wurde durch Erste Hilfe gerettet© Christian Behrens

Lebensretter

Wie eine Ohrfeige den Tod verscheucht

Dana Böttger war 22 Jahre jung, als sie quasi schon auf dem Totenbett lag – und vermutlich nur durch Erste Hilfe am Leben blieb. Maike Burchardt war 16 Jahre alt, als sie zur Lebensretterin wurde. Weil sie Erste Hilfe leistete.

Rückblende: Es ist der 9. August 2015, ein warmer, sonniger Sonntag. Dana Böttger, die seit etwa ihrem fünften Lebensjahr reitet, holt in Altgarbsen den Wallach Manitu für einen Geländeritt ab. Das etwa 13-jährige Tier ist ein ehemaliges Rennpferd, ein Traber, der ordentlich Gas geben kann. Dana ist mit dem Besitzer bekannt, kümmert sich um den als etwas schwierig geltenden Manitu. „Ein wunderbares geländegängiges Pferd, aber auch etwas schreckhaft“, erzählt sie. Zu diesem Zeitpunkt ist sie fünfmal mit ihm im Gelände gewesen, ansonsten hat sich die Auszubildende zur medizinischen Fachkraft um den Wallach einfach gekümmert, ihn geputzt, an der Lounge laufen lassen.

An diesem Tag reitet sie zu ihrer Freundin Jacky nach Havelse – diese, deren Freund und Maike Burchard folgen der Reiterin auf ein großes Stoppelfeld, um Fotos von Dana und Manitu in Action zu machen. Dana Böttger reitet zur gegenüberliegenden Seite des Feldes und galoppiert los. Erst im Nachhinein stellt sich heraus, dass der Sattel nicht richtig fest sitzt. „Sie hatte ordentlich Tempo drauf, kam immer näher zu uns, aber plötzlich machte Manitu am Feldrand vor dem Asphaltstreifen eine Vollbremsung“, erzählt Maike Burchard, die sich – im Gegensatz zu ihrer Freundin Dana Böttger – an das Geschehene erinnern kann. „Dana knallte über den Hals des Pferdes runter, überschlug sich mehrfach, knallte mit dem Hinterkopf auf den Asphalt und zuckte nur noch.“

Während Freundin Jacky versucht, das Pferd einzufangen, kümmert sich die 16-jährige Maike um die zuckende, zum Teil um sich schlagende Reiterin. „Ich habe nur funktioniert“, sagt Maike Burchard später. „Sie schaute so, als würden wir sie verlieren und deswegen habe ich ihr automatisch erst einmal ordentlich eine geknallt.“

Ausbildung zur Erstheferin rettet Dana das Leben

Dana Böttger geht nicht verloren, Maike stabilisiert die unruhige Schwerverletzte mit ihrem eigenen Körper, setzt über das Handy den Notruf ab. „Ich konnte exakt sagen, was passiert ist, was sie hat und wo der Rettungswagen hinkommen soll.“ Dann schickt die taffe 16-Jährige den Freund weiter, um das Pferd einzufangen – „damit nicht noch mehr Leuten etwas passiert“. Sie ruft ein in der Nähe spazierendes älteres Ehepaar zum Unfallort. „Ich habe denen gesagt, wie sie Dana halten, dass sie sie nicht einschlafen lassen und wie sie liegen lassen sollten, damit sie nicht erstickt, und rannte dann dem Rettungswagen entgegen.“

Der war auch schnell vor Ort, die Rettungssanitäter riefen zusätzlich noch einen Helikopter, „weil ja klar war, dass Dana etwas mit dem Kopf hatte“. In der MHH wurde die junge Frau vier Stunden operiert, für drei Tage ins künstliche Koma versetzt. Bis auf die Amnesie zum Unfallhergang ist heute alles wieder gut.

Dass die damals 16-Jährige automatisch alles richtig machte, lag an ihrer Ausbildung zur Ersthelferin. „Ich bin mit Jugendrotkreuz aufgewachsen, ich hatte das intus“, erzählt sie. Und: „Mit jeder Kleinigkeit, die man dort lernt, kann man Leben retten.“ Dana Böttger konnte ihre Ausbildung fortführen, „jetzt im Mai habe ich meinen letzten Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Ich kann nur jedem empfehlen, einen zu machen und auch alle paar Jahre zu wiederholen“. Sie jedenfalls werde ihrer Lebensretterin Maike „mein Leben lang dankbar sein“.

Am Samstag ist Erste Hilfe-Tag

Am 9. September findet weltweit der Erste-Hilfe-Tag statt. Initiiert wurde dieser Tag im Jahr 2000 von – wen wundert es – der Internationalen Föderation des Roten Kreuzes und des roten Halbmondes. In mehr als 150 Ländern wird dieser Tag jeweils am zweiten Sonnabend im September veranstaltet. Zur Ersten Hilfe gehören insbesondere das Absetzen eines Notrufs, die Absicherung der Unfallstelle und die Betreuung der Verletzten.

So ist die Situation bei uns: In Deutschland ist jeder verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten, sofern ihm unter anderem die Hilfeleistung den Umständen nach zuzumuten ist, er durch die Hilfeleistung nicht andere wichtige Pflichten verletzt und sich der Helfer durch die Hilfeleistung nicht selbst in Gefahr bringen muss. Wer nicht hilft, macht sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig, die mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden kann.

Der Gesetzgeber schützt den Ersthelfer allerdings auch: Auch wenn durch Sofortmaßnahmen wie beispielsweise eine Herz-Druck-Massage gesundheitliche Beeinträchtigungen entstehen, drohen Ersthelfern keine rechtlichen Konsequenzen.

Von Petra Rückerl


Anzeige
Bildergalerien Alle Galerien
Kümmern Sie sich schon um Ihre Weihnachtseinkäufe?

City Click

"Märchenhafte Stimmung über dem Tiergarten" - so betitelte NP-Leserin Catharina Cordes ihr Foto. In der Tat: Ein märchenhaftes Bild.

zur Galerie

Schicken Sie uns Ihren City Click!

Haben Sie ein tolles Motiv fotografiert? Die Redaktion wählt mehrmals pro Woche die schönsten Leserfotos aus und veröffentlicht sie in der City Click Galerie.

Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok