Navigation:
NUR NOCH EIN GERIPPE: Vom Turm steht am nächstenTag kaum noch etwas. Die Feuerwehrleute sindfassungslos. Einen Defekt schließen Sie aus, fragen sich, wer wohl zu solch einer Tat fähig sein mag.

NUR NOCH EIN GERIPPE: Vom Turm steht am nächsten Tag kaum noch etwas. Die Feuerwehrleute sind fassungslos. Einen Defekt schließen Sie aus, fragen sich, wer wohl zu solch einer Tat fähig sein mag.© May

Unglück

Wettbergen: Feuerwehrhaus in Flammen

Ein Großbrand hat die historische Feuerwache von Wettbergen zerstört. Es entstand ein Schaden von 150.000 Euro. Doch der ideelle Schaden ist viel größer.

Hannover. Jahrelang hatten die Feuerwehrleute Geld gespart. Sie hatten einen Förderverein gegründet, das Grundstück von der Stadt gekauft und das alte, marode Feuerwehrhaus in Wettbergen mit ihren eigenen Händen wieder auf Vordermann gebracht – für die Kinder- und Jugendfeuerwehr. Doch in nur einer Nacht hat ein Feuer all ihre Arbeit zerstört.

In der Nacht auf Montag, 0.20 Uhr, geht der Alarm. Das mehr als hundert Jahre alte Gerätehaus ander Hauptstraße (Wettbergen) brennt lichterloh. Von ihrem neuen Gebäude in der Straße Auf dem Kampe, nur wenige Straßen entfernt, eilen die Feuerwehrleute hin. Später kommt die Berufsfeuerwehr Hannover dazu. Doch es nützt nichts: In kurzer Zeit geht der Holzturm in Flammen auf, das Dach brennt, im Innern ist alles verkohlt.

Laut Polizei liegt der Schadenbei ungefähr 150000 Euro, für die Feuerwehr ist der Verlust aber viel schlimmer. Heinz-Erich Schäfer (71), der Vorsitzende der Feuerwehrfreunde Wettbergen: „Wir haben viel in Eigenarbeit gemacht.“ Der Förderverein hatte sich um die Sanierung des Gebäudes gekümmert. Nun ist alle Arbeit vergebens gewesen.

15 Jahre ist die Gründung des Vereins her. Mehr als 100000 Euro Spenden und Mitgliedsbeiträge hat man seitdem gesammelt und in das historische Haus gesteckt. Vor fast genau einem Jahr war es dann endlich so weit: Die Kinder und Jugendlichen konnten das Haus erstmals nutzen. Für sie gibt es einen Schulungsraum, eine kleine Küche, hinter dem Haus können sie auf einer Wiese Sport machen.

Ortsbrandmeister Hartmut Voß (46) steht fassungslos in der Ruine. „Das kann nicht sein“, sagt er. Das sei auch in der Nacht sein erster Gedanke gewesen. Erst am vergangenen Wochenende hatte er noch ein paar Kleinigkeiten an dem Haus erledigt. Jetzt kann er nur noch den Totalschaden besichtigen. Löschwasser hat die Decken durchtränkt. In der Luft liegt der Geruch von verbranntem Holz.

Voß treibt eine Frage um: Wie kam es zu dem Brand? Die Polizei weiß es noch nicht. Und er weiß es auch nicht. Geht das Feuer auf das Konto von Brandstiftern? Fest steht: Nur wenige hundert Meter weiter hatten Unbekannte kurz vor der Tat Felder angezündet. Die Wettbergener Feuerwehrleute waren selbst dorthin ausgerückt und hatten gelöscht. Möglich, dass die Zündler auch das Haus in Brand steckten. Ein technischer Defekt ist jedenfalls unwahrscheinlich. Ein Elektriker habe erst vor kurzem die neuen Leitungen abgenommen, so Voß. Aber ein Polizeispürhund fand am Nachmittag auch keine Hinweise auf Brandbeschleuniger.

In den nächsten Tagen wird Voß noch häufiger am alten Gerätehaus sein. Dann wird er sich ein genaues Bild von den Schäden machen. Aber der Ortsbrandmeister denkt schon weiter: „Was machen wir?“, fragt er seinen Mitstreiter Schäfer. „Wir fangen bei null an“, sagt der trotzig. Denn irgendwann sollen die Kinder und Jugendlichen das Haus wieder in Beschlag nehmen. Das Ziel heißt Wiederaufbau.

Christian Franke

Hannover Wettbergen

Anzeige
Bildergalerien Alle Galerien
Finden Sie, dass es im Stadion Bereiche geben soll, in denen Pyro erlaubt ist?

City Click

"Märchenhafte Stimmung über dem Tiergarten" - so betitelte NP-Leserin Catharina Cordes ihr Foto. In der Tat: Ein märchenhaftes Bild.

zur Galerie

Schicken Sie uns Ihren City Click!

Haben Sie ein tolles Motiv fotografiert? Die Redaktion wählt mehrmals pro Woche die schönsten Leserfotos aus und veröffentlicht sie in der City Click Galerie.

Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok