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Reinfried Pirkner bemängelt, dass durch die nahegelegene Baustelle die Geschwindigkeitsmesswerte verfälscht werden.

Verkehr

Wettbergen: Dauerstreit um Tempomessung

Jedes Mal, wenn Ilona Swoboda und ihr Mann Reinfried Pirkner ihr Grundstück in Wettbergen verlassen, haben sie Angst vor einem Unfall. Vor ihrem Gartentor beginnt die Straße - ohne Bürgersteig. Die Installation eines Spiegels lehnt die Stadt aber ab.

Hannover. Es ist ein Streit zwischen Bürgern und der Stadt. Ein Streit, der wohl schon ziemlich viel Geld gekostet hat. Dabei geht es anscheinend nur um einen kleinen Spiegel, der für die betroffenen Bürger „ein gutes Stück Sicherheit“ bedeuten würde. Ein Spiegel, den die Stadt aber ablehnt, weil „die Wirksamkeit dieser Spiegel erfahrungsgemäß beeinträchtigt ist“, so Stadtsprecher Alexis Demos.

Jedes Mal, wenn Ilona Swoboda und ihr Mann Reinfried Pirkner ihr Grundstück in der Straße Auf dem Kampe in Wettbergen verlassen, haben sie Angst vor einem Unfall: „Mein Mann wurde am Heiligen Abend 2014 schon von einer Radfahrerin angefahren“, sagt Swoboda. Vor dem hölzernen Gartentor beginnt ohne Bürgersteig die Straße, und Autos fahren – trotz der Tempo-30-Zone in dem Bereich – auch schon mal mit bis zu 70 Stundenkilometern vorbei.
Seit eineinhalb Jahren streiten sich Swoboda, ihr Mann und deren direkte Nachbarn mit der Stadt Hannover. Mittlerweile läuft nach NP-Informationen die dritte Geschwindigkeitsmessung vor dem betroffenen Haus. Hinzu kommen Anwaltskosten, denn das Ehepaar bereitet nach eigenen Angaben eine Klage gegen die Stadt vor. Ein Ende der Streitigkeit ist nicht in Sicht.

Ein Ortsbesuch: Die Straße Auf dem
 Kampe ist mit etwa 
fünf Metern immer noch so eng, dass sich Autos im Gegenverkehr mit den Außenspiegeln
gefährlich nahe kommen. Besonders knifflig an dieser Stelle: „Hier laufen jeden Tag Kinder entlang“, sagt Swoboda ernst. Passt ein Lkw-Fahrer mal bei einem Ausweichmanöver nicht auf, könnte es schnell zu einem Unglück kommen. „Die Verkehrssicherheit vor dem Haus ist auch unser Interesse“, entgegnet Stadtsprecher Demos.

„Bei einer ersten Messung im März 2014 wurden Geschwindigkeiten von bis zu 70 Kilometern pro Stunde gemessen“, sagt die 62-Jährige. 11 323 Autos sind zudem während der sechstägigen Messung am Haus des Ehepaars vorbeigefahren. Mehr als 55 Prozent der Verkehrsteilnehmer waren dabei schneller als mit den erlaubten 30 Stundenkilometern unterwegs. Trotzdem liegt die gemessene Durchschnittsgeschwindigkeit aller Fahrzeuge im Messzeitraum bei 30,2 Kilometern pro Stunde und somit äußerst nah am erlaubten Wert.

Seit Mittwoch vergangener Woche prüft die Stadt trotzdem noch einmal, ob Raser ein Problem sein könnten. Aber: „Die Messung ist ein schlechter Witz“, urteilt Swoboda. 20 Meter vom Messort entfernt versperrt eine Baustelle die halbe Straße: „Im Augenblick kann man deswegen gar nicht zu schnell hier lang fahren.“ Das Messergebnis sei daher hinfällig. Dass eine Baustelle vor dem Haus ist, weiß auch die Stadt. Aber: „Deren Einfluss werden wir bei der Messung berücksichtigen“, so Demos. Eventuell werde man die Messdauer einfach entsprechend verlängern, so der Stadtsprecher.

Ein neuerliches Friedensangebot von Ilona Swoboda liegt der Stadt nun vor. Ilona Swoboda sagte gestern: „Wenn wir doch noch einen Spiegel bekommen, ziehen wir die Klage gegen die Stadt auf jeden Fall zurück“.
Da die Stadt aber nicht glaubt, dass ein solcher Spiegel helfen könnte, geht der Streit wohl weiter. Tobias Welz


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  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
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  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
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     30159 Hannover
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