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KOMMT UNTER DEN HAMMER:Das Ihme-Zentrum in Linden. EinAngebot in der ersten Runde giltjedoch als unwahrscheinlich. Zugroß sind die Risiken.Foto: Kleinschmidt

© Tobias Kleinschmidt

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Versteigerung

Wer bietet mehr als einen Euro?

Ihme-Zentrum wird Dienstag versteigert. Angebot in erster Runde unrealistisch

Hannover. Es wäre eine große Überraschung, wenn das Ihme-Zentrum schon beim für Dienstag anberaumten Zwangsversteigerungstermin im Amtsgericht unter den Hammer käme. 70 Prozent des von Gutachtern ermittelten Verkehrswertes von knapp 50 Millionen Euro müsste ein Bieter zahlen. Dass es dazu kommt, halten Experten für unrealistisch. Zu groß sind die Risiken, die mit dem Projekt verbunden sind. „Das Ihme-Zentrum ist sehr nahe dran an einem Fass ohne Boden. Die Lösung kann eigentlich nur sein, dass es jemand für einen Euro kauft - und dann gibt es immer noch genug Probleme“, erklärt ein Immobilienkenner, der mit dem Projekt vertraut ist.

Kaufen für einen Euro: Das wäre jedoch nicht einmal in der zweiten Runde des Zwangsversteigerungsverfahrens möglich, bei der die 70-Prozent-Grenze wegfällt. Denn es gibt auch noch eine Verschleuderungsgrenze. Die ist zwar nicht genau festgelegt, sondern liegt im Ermessen des Gerichtes, es darf aber davon ausgegangen werden, dass sie sich bei mindestens 20 Prozent des Verkehrswertes bewegt. Liegen die Gebote darunter, muss das Gericht das Verfahren stoppen. Die Landesbank Berlin als Gläubigerin hätte jedoch weiter die Möglichkeit, die Immobilie außerhalb der Zwangsversteigerung zu verkaufen.

Geht es nach der CDU, darf auch der Einstieg der Stadt kein Tabu sein, wenn die Zwangsversteigerung scheitern sollte. „Die Stadt hat durch den Größenwahn bei der Planung maßgeblich dazu beigetragen, dass wir diese Probleme haben. Sie steht besonders in der Verantwortung“, sagt Jens Seidel, Chef der CDU-Ratsfraktion. Er will, dass notfalls eine städtische Projektgesellschaft gegründet wird, die die Entwicklung des Ihme-Zentrums vorantreibt - auch unter Beteiligung von städtischen Töchtern wie den Stadtwerken oder auch der Sparkasse.

Die SPD lehnt das jedoch ab. „Das ist eine private Immobilie. Es ist zu einfach und zu risikoreich zu meinen, dass die Stadt diese Probleme durch einen Einstieg über Nacht lösen kann“, sagt SPD-Ratsfraktionschefin Christine Kastning. „Ich wünsche mir aber sehr, dass sich in dem Zwangsversteigerungsverfahren ein Investor findet, der ein echtes Interesse hat, sich zu engagieren“, so Kastning.

Lothar Schlieckau, Ratsfraktionschef der Grünen, kann sich ein stärkeres Engagement der Stadt vorstellen - allerdings nur, wenn sich ein seriöser Investor findet: „Wir sollten nicht signalisieren, dass wir der Bank Millionen hinterherwerfen. Wir haben dieses Desaster nicht verschuldet.“


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