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ARTGERECHT? Tierschützer kritisieren die Pferdehaltung auf die
ser Koppel in Barsinghausen.

ARTGERECHT? Tierschützer kritisieren die Pferdehaltung auf die
ser Koppel in Barsinghausen.© Rainer Droese

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Tierhaltung

Wenn auch das Gnadenbrot zur Qual wird

Die Hufe knöcheltief im Matsch, ungepflegtes Fell, angeblich teils abgemagert bis auf die Rippen - eine Pferdehalterin aus Barsinghausen steht im Kreuzfeuer der Tierschützer.

Barsinghausen. Der Zwist tobt seit Jahren. Ein Haltungsverbot hielt das Veterinäramt nicht für nötig, da Sandra K. im Nachhinein allen Auflagen nachkam. Nun hat sich die bundesweit agierende Aktion Tier eingeschaltet. Für Sprecherin Ursula Bauer ist K. eine krankhafte Tierhorterin (Animal Hoarder): „Sie ist mit der Haltung total überfordert.“

Derzeit leben 16 Pferde und Ponys in dem kleinen Paddock, wie diese Art Koppel in der Fachwelt heißt. Elf Tiere gehören Sandra K., fünf anderen Besitzern. Der Paddock ist nach Ansicht der Tierschützer viel zu klein. „Die Tiere leiden an erheblichem Bewegungsmangel“, so Bauer. Atemwege, Hufe und Stoffwechsel würden beeinträchtigt, mit der Folge starker Schmerzen.

Sandra K. aber sieht sich als Opfer. Sie will nur das Beste für ihre meist alten und kranken Tiere, die sie vor dem Schlachter gerettet habe. Verfolgt werde sie vor allem von einem einzigen, rabiaten Tierschützer, meint sie. Statt zu kritisieren, „könnte er mir ja auch helfen. Aber der hat wohl ein persönliches Problem mit mir.“

Das bestreitet Eckart Frost vehement. Er ist eines der angesehensten Mitglieder im Barsinghäuser Tierschutzverein. „Ich würde ihr ja gerne helfen“, sagt er, „aber mit einer neuen Weide kann ich auch nicht dienen.“ Und es sei eben auch Sache des Halters, für artgerechte Unterbringung zu sorgen. „Sie hat zu viele Tiere, keine richtigen Unterstände und ist finanziell überfordert.“

Bislang aber kommen Veterinäramt und Tierschützer im Fall Sandra K. zu unterschiedlichen Einschätzungen: „Wir überprüfen die Mindestanforderungen, das sind nicht immer die optimalen“, räumt Regionssprecher Nils Meyer ein. In diesem Fall sei mehrmals interveniert worden, die Halterin habe die verlangten Auflagen alle erfüllt.

Jetzt wurden jedoch der matschige Koppelteil für die Tiere gesperrt, für den Rest erneut Auflagen gemacht. „In zwei Fällen wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet“, so Meyer.

Der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Ernst Wildhagen, hadert mit dem Gesetz. „Das Amt kann ja erst eingreifen, wenn ein Tier schon tot ist“, meint er. „Und jeder Amtsveterinär legt das unterschiedlich aus.“ Bewegung in die Sache sei erst jetzt gekommen, als die zuständige Tierärztin im Urlaub war. „Ihr Vertreter schätzte das eher so ein wie wir.“


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