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Meine Stadt Wegen Wasserstadt: Stadtbahnanschluss für Seelze?
Hannover Meine Stadt Wegen Wasserstadt: Stadtbahnanschluss für Seelze?
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19:21 11.07.2018
Nicht genug: Die 3000 Menschen, die in der Wasserstadt leben sollen, reichen nicht für einen eigenen Stadtbahn-Anschluss. FDP und Grüne wollen deshalb die Strecke verlängern und daran mehr Menschen ansiedeln. Quelle: Foto: Behrens
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Hannover

Die Fronten schienen verhärtet. Hannovers Rat will einen Stadtbahnanschluss für die Wasserstadt Limmer. Die Mehrheit in der Regionsversammlung und die Regionsverwaltung lehnen das ab, weil das Projekt nicht wirtschaftlich sei. Nun bringt ein gemeinsamer Vorschlag der Rats-FDP und von Michael Dette, Mitglied der Grünen-Fraktion in der Region, neuen Schwung in die Diskussion. Sie schlagen zusätzlichen Wohnungsbau entlang der Strecke sowie eine Verlängerung der Stadtbahn über Velber bis nach Seelze-Süd vor.

Die Idee dahinter: Durch die Erschließung neuer und ausreichend dicht besiedelter Gebiete mit der Stadtbahn würde die Üstra so viele neue Fahrgäste gewinnen, dass sich zusätzliche Bahnen lohnen, die die Wasserstadt über einen eigenen Abzweig ansteuern. Sie könnten dann einen Teil der Fahrgäste in Limmer und Linden aufnehmen, damit die aus Seelze-Süd kommenden Bahnen nicht aus allen Nähten platzen. „Uns ist auch klar, dass so ein Stadtbahnanschluss wirtschaftlich sein muss“, sagt Wilfried Engelke, Fraktionschef der FDP im Rat. Wenn das nicht gegeben sei, müsse man eben weiterdenken.

Neues Wohngebiet im Bereich der Heisterbergallee

Zum Beispiel bis Seelze-Süd. Engelke sieht viel Potenzial in einer Verlängerung der Stadtbahn. Allerdings müssten seiner Einschätzung nach auch zahlreiche neue Wohnungen an der Strecke gebaut werden, vor allem im Bereich der Heisterbergallee. „Die Bauflächen dort haben wir etwas aus dem Auge verloren“, sagt der FDP-Mann. Dort könne „Wohnbebauung entstehen, die ebenfalls von einer Verlängerung der Stadtbahn profitieren würde“. Zudem würden in Hannover ja ohnehin dringend zusätzliche Wohnungen benötigt.

Das sieht auch der Grüne Dette so. Allerdings sei auch Seelze „bereits jetzt eine stark wachsende Gemeinde, die auch weiterhin neue Wohnbaugebiete ausweisen und auf eine Verbesserung der ÖPNV-Verbindung angewiesen sein wird“, erklärt der Grüne.

Region will lieber Elektrobusse fahren lassen

Als die Seelzer CDU kürzlich eine Stadtbahnverlängerung bis Velber gefordert hatte, lehnte das Ortsbürgermeister Erhard Klein zwar ab. Der ehemalige Verkehrsdezernent der Bezirksregierung Hannover kann sich eine große Lösung mit einer Verlängerung bis Seelze-Süd allerdings sehr wohl feststellen.

Die Region äußerte sich am Mittwoch noch nicht zum Vorstoß von FDP-Mann Engelke und dem Grünen Dette. Bisher hatte die Regionsverwaltung allerdings die Wirtschaftlichkeit eines Stadtbahnanschlusses für die Wasserstadt in Frage gestellt und dazu auch eine Reihe von Varianten untersucht. Sie bevorzugt stattdessen, die Wasserstadt mit Elektrobussen anzusteuern, die mit einem 7,5-Minuten-Takt fahren sollen.

Von Christian Bohnenkamp

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