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VOR DEM ABRISS: Die historischen Gebäude in der Wasserstadt können wohl nicht erhalten werden.

VOR DEM ABRISS: Die historischen Gebäude in der Wasserstadt können wohl nicht erhalten werden.
 © Foto: Christian Elsner

Hannover

Wasserstadt: Historische Gebäude vor dem Abriss

Die giftigen Nitrosamine sind Schuld: Die denkmalgeschützten Gebäude der Conti auf dem Gelände der Wasserstadt Limmer können wohl nicht erhalten bleiben. Eigentümer Günter Papenburg erklärte sie als „unbewohnbar“. Die Stadt drängt hingegen auf einen letzten Versuch für einen Erhalt, hat aber auch nicht mehr viel Hoffnung.

Hannover.  Sie sollten so etwas wie das Gesicht der Wasserstadt Limmer sein, den Bogen zur Geschichte als Produktionsstätte der Continental AG schlagen. Doch nun stehen die historischen Gebäude an der Wunstorfer Straße tatsächlich vor dem Abriss. „Die Altbauten sind als unbewohnbar erklärt worden“, berichtete Wasserstadt-Eigentümer Günter Papenburg am Mittwoch bei der Vorstellung der neuesten Pläne zu dem Wohnprojekt.

Das jedenfalls sei das Ergebnis intensiver Untersuchungen gewesen. Mit verschiedenen Techniken hatten Experten versucht, die giftigen Nitrosamine – eine Hinterlassenschaft der Reifenproduktion – einzudämmen. Zum Beispiel beklebten sie Räume mit speziellen Folien. Doch auch danach wurde der krebserregende Stoff nachgewiesen. „Wir wollten die Gebäude wirklich erhalten, aber nun tendieren wir zum Abriss“, erklärte Papenburg.

Für ihn sind die Altbauten mittlerweile auch „ein Gefahrenpunkt“. Immer wieder würden sie zu einer „Spielwiese für junge Leute. Wir haben das nicht mehr im Griff“, sagte Papenburg.

Auch Stadtbaurat Uwe Bodemann räumt ein, dass es „nicht so richtig gut aussieht“ für die historischen Gebäude. Er appellierte allerdings an Papenburg und dessen Wasserstadt Limmer Projektentwicklung, noch einen Versuch zur Rettung der Bauten zu starten. „Wir wünschen uns, dass alle Mühe darauf verwendet wird, die Altbauten doch zu erhalten“, sagte der Stadtbaurat. Dazu sollte noch einmal „weitere Expertise“ herangezogen werden.

Zwar stehen die Gebäude unter Denkmalschutz. „Aber wenn sich herausstellt, dass keine wirtschaftliche Nutzung möglich ist, dann sind sie nicht haltbar“, erklärte der Stadtbaurat. Die Stadt müsste dann den Abriss genehmigen.

Etwas Zeit für eine Lösung des Problems bleibt allerdings noch. Solange der Lärmschutz für die Güterumgehungsbahn nicht fertig ist, müssen die historischen Conti-Gebäude noch stehen bleiben. Sie dienen als Lärmschutz. Ohne sie dürfte der erste Bauabschnitt gar nicht errichtet werden.

Von Christian Bohnenkamp


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