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Meine Stadt Wasserstadt: Stadtbahn ohne Nutzen
Hannover Meine Stadt Wasserstadt: Stadtbahn ohne Nutzen
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20:52 21.08.2018
DIE VISION: So soll die Wasserstadt in Limmer mal aussehen. Quelle: Illustration: WLEG
HANNOVER

Die Stadt Hannover wünscht sich eine Stadtbahnanbindung des Neubaugebiets Wasserstadt in Limmer – doch die für den öffentlichen Nahverkehr zuständige Regionsverwaltung lehnt das ab, ebenso viele Regionspolitiker. Im Verkehrsausschuss der Re­gion erläuterte gestern Klaus Geschwinder, Leiter des Teams Verkehrsentwicklung, weshalb man das Ansinnen für die Linie 10 zumindest derzeit ablehnt.

Es seien alle möglichen vorgeschlagenen Varianten analysiert worden, erklärte der Experte. Daher habe das auch etwas Zeit in Anspruch genommen: „Das war eine der längsten Untersuchungen, die wir je gemacht ha­ben – wir haben dabei wirklich alle Möglichkeiten untersucht.“ Und wie das gemacht und bewertet wird, das sei bundeseinheitlich vorgegeben, das Verfahren nenne sich „Standardisierte Bewertung“ und soll am Ende zeigen, wie das Verhältnis von Nutzen und Kosten ist. Als volkswirtschaftlich sinnvoll gelten dabei Werte größer als eins. Mit in die Bewertung fließen dabei Reisezeitvorteile ein – die werden etwa im Vergleich zu bestehenden öffentlichen Verbindungen gemessen.

Das Ergebnis war eindeutig: Die Variante Wasserstadt-Mitte kam auf -4,04, die Variante Ahlem-Nord auf -1,02; nur das Modell Wunstorfer Landstraße war mit 0,73 positiv. Am schlechtesten kam die von der Stadt favorisierte Variante mit einer Stichstrecke nach Wasserstadt-Süd weg: -6,63. Geschwinders Fazit: „Es gibt keinen Nutzen, wir sind meilenweit davon entfernt, den Quotienten 1 zu erreichen.“ Würde man etwa diese Stichvariante verwirklichen, bei der weniger Bahnen bis Ahlem führen, „würde man die Bedingungen für mehr als 7000 Menschen verschlechtern und für 3500 Menschen verbessern“.

Allerdings empfehlen die Experten, die mögliche Trasse für eine Verlängerung oder -abzweigung der Linie 10 als „Option für kommende Jahre“ frei zu lassen. Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz sagte, das „könnte mittelfristig Sinn machen“. Richtung Stadt riet er, die in dieser Sache geführte „symbolhafte Debatte“ einzustellen. Hannovers Baudezernent Uwe Bodemann überlegt, die Abzweigstrecke quasi auf eigene Faust mit Mitteln der Stadt zu bauen.

Von Ralph Hübner

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