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Meine Stadt Wasserstadt-Bahn: Konflikt von Hannover und Region eskaliert
Hannover Meine Stadt Wasserstadt-Bahn: Konflikt von Hannover und Region eskaliert
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00:18 23.06.2018
Ein Bus soll reichen: Die Region findet, dass die Wasserstadt Limmer keinen eigenen Stadtbahnanschluss braucht. Hannovers Rat ist empört. Quelle: Foto: von Ditfurth
Hannover

Kein eigener Stadtbahnanschluss für die Wasserstadt Limmer: Darauf hat sich die Regionsverwaltung festgelegt und dafür auch die Zustimmung von der Regionspolitik bekommen. In Hannover sorgt das jedoch für mächtig Ärger. Die Stadt denkt mittlerweile darüber nach, den Stadtbahnanschluss einfach selber zu planen und zu bezahlen. Und einige in Hannovers Rat stellen nun sogar die Region als Ganzes in Frage.

„Einen ungeheuerlichen Vorgang“ sieht SPD-Verkehrsexperte Lars Kelich in der Ablehnung des Wasserstadt-Bahnanschlusses durch die Region. Er wollte am Mittwoch im Bauausschuss wissen, wie es nun weitergehen soll. Daraufhin berichtete Stadtbaurat Uwe Bodemann, dass die Stadt überlegt, die Kosten für den Bau des Stadtbahnanschlusses in Höhe von 3,5 Millionen Euro selbst zu übernehmen.

Die Region hatte zuvor argumentiert, dass in der Wasserstadt künftig zu wenig Menschen lebten, um einen aus volkswirtschaftlicher Sicht positiven Nutzen zu erzielen. Indem die Stadt die Kosten für den Bau selbst übernimmt, sieht Bodemann eine Chance, „das Drama der Wirtschaftlichkeit zu entlasten“. Er kann sich vorstellen 2019/2020 mit den Planungen zu beginnen und das Projekt in den 2020er Jahren in den Haushalt einzustellen. Vielleicht sei dies „eine interessante Offerte“ für die Region, so der Stadtbaurat.

Ein Vorschlag, der jedoch auf heftigen Widerstand seitens der FDP stieß. „Die Region wird ihren Verpflichtungen nicht gerecht“, kritisierte Fraktionschef Wilfried Engelke. Er forderte die Stadt auf, gegenüber der Region „knallhart zu bleiben“ und den Bau der Wasserstadt-Stadtbahn einzufordern. Sonst müsse man sich „mal grundsätzlich“ über die Verteilung der Aufgaben unterhalten.

„Unerträglich“ findet auch Grünen-Verkehrsexpertin Elisabeth-Clausen Muradian die Blockadehaltung der Region zu dem Projekt. Sie kritisierte, dass die „Stadt nicht als Teil der Region“ behandelt werde und schlug vor, „das Konstrukt der Region mal auf den Prüfstand zu stellen“. Auch ihr Parteikollege Daniel Gardemin findet, dass bei der Region „nur im alten Landkreis“ gedacht werde, dem die Stadt Hannover nicht angehörte. „Die Region erfüllt ihren Zweck nicht“, so Gardemin.

Auch SPD-Mann Kelich deutete an, dass die Region „nicht ihren Aufgaben als Verkehrsträger nachkommt“, obwohl die Stadt mehr als 50 Prozent der Regionsumlage zahle. Dennoch hält er es für richtig, dass die Stadt überlegt, den Bahnanschluss für die Wasserstadt selbst zu bauen. „Mit Knallhartbleiben werden die Leute dort keine Stadtbahn bekommen“, warnte er.

Von Christian Bohnenkamp

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