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Meine Stadt Warnstreik sorgt für Staus in Hannover
Hannover Meine Stadt Warnstreik sorgt für Staus in Hannover
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13:55 08.02.2010
Alle Räder stehen still, weil Verdi es so will: Stau in der Brühlstraße in Hannovers Innenstadt. Quelle: Schaarschmidt

Zu langen Staus kam es unter anderem in Hannover: Weil dort sämtliche rund 1000 Bus- und U-Bahn-Fahrer die Arbeit niederlegten, mussten die Pendler auf Autos umsteigen. Die Folge waren verstopfte Haupteinfallstraßen. Auch in Braunschweig, Wolfsburg und Göttingen blieben Busse und Bahnen in den Depots. Dort kam der Nahverkehr teilweise ebenfalls zum Erliegen, berichtete die Gewerkschaft Verdi.


Die Schulen konnten ihren Unterricht nach eigenen Angaben aber trotzdem weitgehend pünktlich beginnen. Nur vereinzelt ließen Eltern wie an einer Hauptschule in Braunschweig ihre Kinder zu Hause. Gestreikt wurde auch in vielen anderen Einrichtungen: Kindergärten und Behörden blieben geschlossen, in Krankenhäusern und bei den kommunalen Energieversorgern wurde eingeschränkt gearbeitet. In mehreren Kliniken mussten geplante Operationen wegen des Warnstreiks verschoben werden.

Norddeutschland war am Montag der Schwerpunkt der Tarifauseinandersetzungen im öffentlichen Dienst. Mehr als 10 000 Teilnehmer wurden am Mittag in Hannover zur zentralen Großkundgebung mit Verdi-Chef Frank Bsirske erwartet. Hintergrund des Streiks sind die stockenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst: Die Gewerkschaften fordern Einkommenszuwächse von fünf Prozent für die Beschäftigten von Bund und Kommunen. Die Arbeitgeber halten das für weit überzogen. Die Verhandlungen sollen am Mittwoch (10.) in Potsdam in die dritte Runde gehen.


Der Sprecher des Verdi-Landesbezirks Niedersachsen-Bremen, Ulf Birch, sagte, die Bürger hätten „erfreulich unaufgeregt“ auf die Aktionen reagiert. Nur wenige Menschen riefen nach seinen Angaben in den frühen Morgenstunden bei der Gewerkschaft an, um sich zu beschweren. Der Verdi-Sprecher versicherte, trotz der Arbeitsniederlegungen bei den Energieversorgern sei die Gas- und Stromversorgung gesichert.

Von den Streiks profitierten unter anderem die Taxifahrer. Dort kam es an vielen Warteständen immer wieder zu Diskussionen unter den Gästen, die in langen Schlangen auf ein Taxi warteten. „Alles was fahren darf, fährt“, sagte Wolfgang Pettau, Geschäftsführer eines Taxiunternehmens in Hannover. Sehr viele Kunden hätten bereits in der vergangenen Woche ihre Taxen vorbestellt. Dennoch ließen sich Wartezeiten nicht vermeiden. „Die Nachfrage ist etwa doppelt so hoch wie die Anzahl der Autos.“

Der Präsident der Region Hannover, Hauke Jagau (SPD), kritisierte vor allem den Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr. „Die Verantwortlichen müssen sich auf ihre Verantwortung besinnen. Es kann nicht sein, dass man die Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg bei dieser Witterung einer besonderen Gefahr aussetzt“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Forderungen der Gewerkschaft seien nicht erfüllbar. Mehrausgaben durch eine höhere Bezahlung für die Beschäftigten müssten durch Streichungen an anderer Stelle wieder aufgefangen werden. „Wir können kein Geld drucken“, sagte Jagau. lni

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