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Die Polizei verhindert vergangenen November in Hildesheim eine geplante Massenschlägerei von Fußball-Chaoten aus Hannover und Braunschweig.© Dillenberg

Justiz

Warnschuss für die Fußball-Chaoten von Hannover 96

Schlappe vor dem Oberlandesgericht Celle: Ein 96-Problemfan hatte Beschwerde eingereicht, weil er zwei Tage im Polizeigewahrsam saß, nachdem er bei einer geplanten Massenschlägerei von Hannoveraner Ultras/Hooligans und  Braunschweig-Anhängern geschnappt worden war. Die Richter entschieden nun, dass die Maßnahme rechtens war.

Hannover. Diese Entscheidung ist ein deutlicher Warnschuss für gewaltbereite Chaoten aus der Fanszene von Hannover 96: Wer zu geplanten Massenschlägereien mit rivalisierenden Fans geht, landet hinter Gittern – und das ist richtig so. Das Oberlandesgericht (OLG) Celle hat jetzt die Beschwerde eines Hannoveraners zurückgewiesen, der bei einer verabredeten Drittortauseinandersetzung von 96-Ultras/Hooligans und Braunschweig-Anhängern  in Hildesheim dabei war (NP berichtete). Der Mann landete deshalb zwei Tage im Langzeitgewahrsam.
Das Derby Eintracht gegen 96 am 6. November 2016 in Braunschweig: Zwei Tage vor dem Spiel wurden Aufklärungskräfte der Polizei auf  ein Treffen von sechs Personen auf einer Tankstelle in Gleidingen (Laatzen) aufmerksam. Alle  gehörten augenscheinlich der Ultra-/Hooliganszene an. Mindestens ein  Fahrzeug  stammte aus dem Raum Braunschweig. Die Beteiligten schauten sich auf der Motorhaube eines Autos eine Landkarte an. Nach einer etwa fünf minütigen Besprechung stiegen sie wieder in die Wagen und fuhren weg – die Verabredung zur Massenschlägerei?  Etwa eine Stunde später sammelten sich auf einem Baumarkt-Parkplatz  in Hildesheim immer mehr schwarz gekleidete Risikofans.

Boxhandschuhe gefunden

Als ein Polizeihubschrauber auftauchte, suchten sie das Weite. Rund 170 Personen konnte die Polizei aber stellen. Gefunden wurden bei den Protagonisten Schlagwerkzeuge, Zahnschutzschienen und Vermummungsutensilien. Im VW-Phaeton des Mannes, der jetzt mit seiner Beschwerde scheiterte, entdeckte die Polizei Motorradhandschuhe mit Schlagschutz und Boxhandschuhe. Aus Sicht des Gerichts gehörte er zu den  „hannoverschen Ultras/Hooligans“, die sich sammelten, „um unmittelbar im Anschluss eine gewalttätige Auseinandersetzung mit Braunschweiger Fußballfans zu suchen“.

Mehr als 100 Krawallmacher hinter Gittern

Zwar rechtfertigen bevorstehende Straftaten aus einer Gruppe heraus keinen Gewahrsam, meint das Gericht. Anders sei es aber, wenn es Anhaltspunkte für einen kollektiven Vorsatz gebe. Was der Fall war: Denn Ultras/Hooligans aus Hannover „sind bekanntermaßen den Gruppierungen zuzurechnen, die Konflikte mit Hooligans und Ultras anderer Fußballmannschaften mit Gewalt austragen wollen“, so die Richter. Straftaten würden „aus einer homogenen Gruppe heraus begangen“. Wie mehr als 100 andere Rabauken sah der Beschwerdeführer das Derby nicht, sondern saß hinter Gittern bei der Polizei. Erst rund drei Stunden nach Spielende wurde er freigelassen.
„Durch die Entscheidung des OLG Celle besteht nun insoweit Rechtssicherheit, dass bei drohenden Gewaltanwendungen auch längerfristige freiheitsentziehende Maßnahmen ergriffen werden können“, sagt der Sprecher des Amtsgericht Hannover, Jens Buck. Aber natürlich werde jeder Einzelfall geprüft.

Britta Mahrholz


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