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WARTEN AUF DEN  PRAXISTEST: Die  Section-Control-Anlage an der Bundesstraße 6 zwischen Gleidingen und Rethen wird derzeit für  die Zulassung von der  Physikalisch-Techni schen Bundesanstalt  überprüft.

WARTEN AUF DEN PRAXISTEST: Die Section-Control-Anlage an der Bundesstraße 6 zwischen Gleidingen und Rethen wird derzeit für die Zulassung von der Physikalisch-Techni schen Bundesanstalt überprüft.
 © Foto: Junker

Geheimnis um Section Control

Wann kommt Hannovers neuester Blitzer zum Einsatz?

Im Herbst 2015 sollte bei Hannover der Versuch starten, Geschwindigkeitsverstöße per Abschnittskontrolle zu ermitteln, genannt Section Control. Die Anlage dazu ist längst errichtet – doch noch immer wird die Technik geprüft – und ein Geheimnis drum gemacht, wie der Stand der Dinge ist.

HANNOVER.  Noch immer kein Starttermin in Sicht: Der bundesweit erste Pilotversuch zur Geschwindigkeitsüberwachung namens Section Control zwischen Gleidingen und Rethen wartet immer noch auf das Ja zum Praxistest – ursprünglich sollte die Anlage 2015 in Betrieb gehen. Nach Aussage des niedersächsischen Innenministeriums warte man „nach wie vor auf die Zulassung“ – über die entscheide die Physikalisch- Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, die könne sich dazu äußern, „für uns ist das nicht absehbar“. Doch die PTB macht aus der Sache ein Riesengeheimnis.

Auf NP-Anfrage wird erklärt, man dürfe nicht einmal sagen, dass die Behörde die Section Control prüfe, das gebiete eine Schweigeklausel im Eichwesengesetz. Dazu zähle auch, dass man nichts darüber sagen dürfe, wann auch nur ungefähr mit einem Entscheid über die Zulassung zu rechnen sei, daraus könnten dann ja irgendwelche Rückschlüsse abgeleitet werden – nur so viel könne sich der Fragesteller ja ausmalen: Dieses Jahr dürfte das nicht mehr sein. Man könne aber versichern: Die Section Control werde „mit höchster Intensität geprüft“ – wie alle anderen wichtigen Projekte auch.

In anderen Ländern wird Prinzip schon Jahre benutzt

Dabei scheint das Prinzip Section Control (also etwa Abschnittsüberwachung) doch nicht so schwierig zu sein: Ein fahrendes Fahrzeug wird an zwei Punkten registriert, man kennt die Entfernung der Messpunkte und errechnet über die Zeit die gefahrene Durchschnitts-Geschwindigkeit – und schon weiß man, ob jemand in dem Abschnitt ordnungsgemäß unterwegs oder zu schnell war. Frank Märtens, Leiter der PTB-Arbeitsgruppe Geschwindigkeitsmessgeräte: „Das Grundprinzip ist einfach – doch wenn man hinschaut, sich genauer damit befasst, dann wird es komplexer.“

„Ganz allgemein gehalten“ erklärt Märtens, dass an solche Anlagen hohe Anforderungen gestellt würden. So müssten etwa die Uhren in beiden Messportalen – sie sind 2,2 Kilometer voneinander entfernt – exakt gleich laufen, dürften die Geräte nicht durch Funksignale beeinflusst oder gar von jemandem manipuliert werden können. Auch müsste dem Datenschutz Genüge getan werden, zudem müssten die Geräte der Section Control selbst feststellen, wenn an irgendeiner Stelle eine Störung vorliegt und das Messen und Blitzen einstellen. Märtens: „Entscheidend ist, dass die Geräte am Ende funktionieren.“

In Österreich, Polen, den Niederlanden und Großbritannien etwa wird das Prinzip Section Control schon seit Jahren benutzt. Dort gilt die Halterhaftung, reicht also das Kennzeichen-Foto – in Deutschland muss der Fahrer identifiziert werden.

Von RALPH HÜBNER


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  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
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