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Meine Stadt Wann endet die Grippewelle in Hannover?
Hannover Meine Stadt Wann endet die Grippewelle in Hannover?
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16:29 11.03.2018
Die Grippewelle hat Hannover fest im Griff. Sollte man sich noch impfen lassen? Quelle: dpa
Hannover

„Vereinzelt mussten wir schon Eltern bitten, ihre Kinder selbst zu betreuen.“ Das sagt Ingrid Kröger vom Fachbereich Kindertagesstätten der Awo. Ein alarmierender Zustand?

Was sich bedenklich an­hört, sei Normalität und auch in der Vorjahren schon vorgekommen. Das bestätigt auch Nadine Hunkert vom Deutschen Roten Kreuz, das 58 Kitas in Stadt und Region betreibt. Schuld ist die Grippewelle. Nicht nur in Stadt und Region sind aktuell viele Kinder erkrankt.

In ganz Niedersachsen blieben Ende der letzten Woche erstmals mehr als 20 Prozent der Kita-Kinder wegen Grippe zu Hause. Das geht aus dem Wochenbericht des Landesgesundheitsamts hervor. Jüngster trauriger Höhepunkt: Im Krankenhaus Auf der Bult verstarb ein Kind an den Folgen der Erkrankung.

Landesweit sind bislang 19 Menschen an den Folgen der Influenza gestorben. 2017 waren es mit 35 am Ende der Grippesaison deutlich mehr gewesen. Doch noch sei das Ende der Grippewelle nicht er­reicht, heißt es vom Landesgesundheitsamt.

Etwas entspannter sei die Personallage bei großen hannoverschen Arbeitgebern. Conti beispielsweise verzeichne keinen signifikanten Unterschied im Vergleich zu den Vorjahren. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei der Üstra. Während die Deutsche Bahn vergangene Woche aufgrund etlicher Grippefälle sogar den Zugverkehr einschränken musste, „sitzt bei uns noch immer jemand am Steuer“, bestätigt Üstra-Sprecher Udo Iwannek: „Wir können alle Dienste besetzen.“

Hannovers Krankenhäuser melden unterschiedliche Zustände. Seit Mitte Januar wurden in den Kliniken der Diakovere 15 Patienten stationär aufgenommen – drei mehr als im vergleichbaren Zeitraum 2017. Engpässe habe man deshalb aber nicht, sagt Sprecherin Dunja Rose.

Davon will man auch im Kinderkrankenhaus Auf der Bult nicht sprechen. Trotzdem gestalte sich die Suche nach freien stationären Plätzen immer wieder schwierig, bestätigt Vorstandsreferentin Amalie von Schintling-Horny. Wenn Bedarf bestehe, werde aber niemand weggeschickt, versichert sie.

Wie schütze ich mich vor der Grippe

Die Grippe – auch Influenza genannt – hat derzeit Hauptsaison. Viele fragen sich: Wie schütze ich mich vor einer Erkrankung? „Am besten sollte man sich natürlich vor der Saison impfen lassen“, erklärt Dagmar Ziehm vom Landesgesundheitsamt Hannover. Empfohlen wird eine Impfung für Risikopatienten. Dazu zählen alte Menschen, chronisch Kranke, Schwangere und Menschen, die viel Kontakt zu anderen Personen haben. Die Kassen übernehmen in der Regel die Kosten.

Aber ist eine Impfung jetzt noch sinnvoll, oder ist es dafür zu spät? „Für Risikopatienten empfehlen wir auch jetzt noch eine Schutzimpfung“, erklärt Susanne Glasmacher, Pressesprecherin beim Robert-Koch-Institut. Aber allzu lange sollte damit nicht mehr gewartet werden.

Vorbeugend sollte au­ßerdem der Kontakt mit kranken Personen vermieden werden. Auch regelmäßiges Händewaschen, eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung werden empfohlen.

Ein anderes Problem: Von der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut wurde der sogenannte Dreifachimpfstoff gegen Grippe empfohlen. „Dieser deckt aber nicht die B-Komponente ab“, erklärt Glasmacher. An dieser sind allerdings viele Patienten erkrankt. Erst am 11. Januar hat die Ständige Impfkommission eine Empfehlung für die Vierfachimpfung herausgeben. Die Krankenkassen kommen für diese Kosten jedoch nur in Ausnahmefällen auf.

Timo Gilgen

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