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Meine Stadt Waffennarr aus Stöcken: Nun doch Verdacht auf Anschlagspläne
Hannover Meine Stadt Waffennarr aus Stöcken: Nun doch Verdacht auf Anschlagspläne
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18:20 15.04.2019
Auffällig großer Fund: Insgesamt 51 Schusswaffen hatte der festgenommene Marcel M. in Stöcken gehortet. Quelle: Polizei
Hannover

Ist der in Stöcken festgenommene Waffennarr Marcel M. doch gefährlicher als Polizei und Staatsanwaltschaft Hannover zunächst zugeben wollten? Der Fall des 29-Jährigen, der Ende März in der Wohnung seines Vaters festgenommen wurde, hat jedenfalls eine Kehrtwende genommen. Seit Freitag hat die Generalstaatsanwaltschaft Celle die Ermittlungen übernommen. Laut Oberstaatsanwalt Bernd Kolkmeier besteht nun doch zumindest der Anfangsverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Wie gefährlich sind die beschlagnahmten Waffen? Die Funktionsprüfung der Gewehre und Pistolen ist laut Generalstaatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen. Quelle: Pressefoto Polizei

51 Schusswaffen waren bei der Festnahme von Marcel M. sichergestellt worden, dazu Devotionalien aus dem Dritten Reich wie Orden und Ehrenzeichen sowie rund 100.000 Euro Bargeld. Wie die Polizei schon kurz nach der Razzia erklärt hatte, ging auch die Staatsanwaltschaft trotz der auffälligen Funde bis zuletzt nicht von einem Zusammenhang mit einer politisch motivierten Tat aus. Nun die Wende: Statt einem Waffensammler mit einem zweifelhaften Faible für NS-Devotionalien ist der Polizei möglicherweise doch ein Rechtsextremer mit Anschlagsplänen ins Netz gegangen. „Der Fund dieser auffällig großen Menge an Waffen in Verbindung mit den NS-Devotionalien hat uns veranlasst, die Angelegenheit in alle Richtungen überprüfen zu lassen. Wir wollen da nichts ausschließen“, sagte Staatsanwältin Kathrin Söfker am Montag auf NP-Nachfrage. „Daher haben wir in Absprache mit der Generalstaatsanwaltschaft entschieden, den Fall an die dortigen Experten für politisch motivierte Straftaten abzugeben.“

Woher stammen die 100.000 Euro Bargeld?

Dass in der Generalstaatsanwaltschaft Celle auch die Zentralstelle für Terrorismusbekämpfung als eigene Abteilung arbeitet, verdeutlicht das Umdenken im Fall Marcel M. „Das sind keine einfachen Ermittlungen“, sagt Oberstaatsanwalt Kolkmeier. Eine entscheidende Frage sei etwa, welches Gefahrenpotenzial von den gefundenen – teils älteren Waffen – tatsächlich ausging. Dabei handelt es sich um 16 Langwaffen, drei Maschinenpistolen, 17 Pistolen, acht Revolver und sieben Signalwaffen „Die Funktionsfähigkeit muss überprüft werden. Das ist noch nicht abgeschlossen“, so Kolkmeyer. Auch die auffällig hohe Summe Bargeld von rund 100.000 Euro wirft Fragen auf. Woher kam das Geld? Wofür war es bestimmt? „Auch da dauern die Ermittlungen an“, sagt der Oberstaatsanwalt. Wichtige Erkenntnisse erhoffen sich die Celler Ermittler daher von der Auswertung der beschlagnahmten Datenträger. Mehrere Laptops waren bei der Festnahme sichergestellt worden.

Marcel M. sitzt wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte in Untersuchungshaft. Er selbst räumte bislang lediglich ein, dass alle 51 in der Wohnung des Vaters gefundenen Waffen ihm gehören.

Von André Pichiri

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