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Meine Stadt Waffendealer am Steintor?
Hannover Meine Stadt Waffendealer am Steintor?
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16:18 24.09.2018
ZWIELICHTIGE ANGEBOTE: An dieser Treppe hat ein Dealer Drogen, Frauen und Waffen angeboten. Quelle: Foto: Behrens
hannover

Wird das Steintor immer gefährlicher? Mittlerweile bieten Dealer offenbar sogar Waffen zum Kauf an – die Polizei ist überrascht.

So hat es ein 51-jähriger Hannoveraner erlebt. Dem Familienvater wurden auf der Straße von einem Unbekannten Waffen zum Kauf angeboten. Eine neue Qualität der Kriminalität in einem der Brennpunkte der hannoverschen City? Der Polizei jedenfalls sind vergleichbare Vorkommnisse bislang unbekannt gewesen.

„Brauchst du was?“

Der Vorfall im Detail: Der 51-Jährige hatte an einem Wochentag kurz nach 23 Uhr Feierabend gemacht. In der Station „Steintor“ wollte er die U-Bahn nach Hause nehmen. Er hatte den Treppenabgang erreicht, als er hinter sich eine Stimme hörte: „Hallo Freund, kann ich dir helfen?“, wollte der Unbekannte wissen. Der 40 bis 50 Jahre alte Mann, der vermutlich aus Südosteuropa stammte, fragte den Hannoveraner weiter: „Brauchst du was? Drogen? Frauen? Waffen?“ Der Betroffene lehnte ab, ging die Treppe hinunter und stieg in seine Bahn.

Fremde Männer, die Passanten auf der Straße Waffen zum Kauf anbieten: Das ist selbst der Polizei neu, bestätigt Sprecher Andre Puiu auf Anfrage der Neuen Presse. Vergleichbare Vorkommnisse seien bislang nicht bekannt. Es gebe lediglich Erkenntnisse, dass sich am Steintor Personen aufhalten, die „mit Kleinstmengen“ von Betäubungsmitteln handeln. „Es ist weiter bekannt, dass diese Personen vorbeigehende Passanten ansprechen und ihre Ware zum Kauf anbieten.“ Auch dass Passanten am Steintor Frauen angeboten werden – mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Sex – sei den Ermittlern bislang nicht untergekommen.

Polizei hat den Steintor im Blick

Die Polizeidirektion legt Wert auf die Feststellung, dass die zuständige Inspektion Mitte die Lage im Steintor im Griff habe und hohe Präsenz auf dem Kiez zeige: Durch seine Prägung als Rotlichtviertel bilde der Bezirk „generell einen Schwerpunkt in der polizeilichen Aufgabenwahrnehmung“, erklärt Puiu. Es gebe eine hohe Präsenz- und Kontrolldichte durch uniformierte Beamten und zivile Fahnder.

Speziell in Wochenendnächten- und in den Nächten vor Feiertagen seien gesondert uniformierte Kräfte im Steintor im Einsatz, um dort die polizeiliche Anwesenheit weiter zu verstärken. Ziel: Schnelle und direkte Reaktion auf Vorkommnisse. Zudem gebe es immer wieder Sondereinsätze, um den entsprechenden Phänomenen schnell entgegenzutreten.

CDU: Stadt tut zu wenig gegen „Trinkerplätze“

Können Städte und Gemeinden bald selbstständig Alkoholverbote auf „Problemplätzen“ aussprechen? Vor rund zwei Wochen hatte genau das der Niedersächsische Städtetag gefordert. Passiert ist seitdem nicht viel, kritisiert die CDU-Ratsfraktion. Sie fordert mehr Engagement seitens der Stadt.

„Wieso unterstützt die Stadt nicht die Forderung des Niedersächsischen Städtetages und setzt sich an die Spitze der Bewegung?“, fragt ein verständnisloser Jens Seidel, Vorsitzender der CDU-Fraktion. „Offenbar fehlt es dazu am politischen Willen, die Situation ernsthaft zu verbessern“, kritisiert der Christdemokrat.

Die Forderung des Städtetages sei aber nachvollziehbar und zu unterstützen, findet die CDU. „Hierzu sollte das Land eine entsprechende Vorschrift im Niedersächsischen Polizei- und Ordnungsgesetz schaffen“, so Seidel. Er moniert: „Die Situation in Hannovers Innenstadt hat sich trotz des vom Stadtkämmerer vollmundig angekündigten Sicherheits- und Ordnungskonzeptes keineswegs verbessert. Noch immer prägen Personen, die zu bestimmten Zeiten Trinkgelage abhalten, das Bild auf Straßen und Plätzen. Insbesondere der Raschplatz ist nach wie vor stark belastet.“ Die CDU erwarte, dass Hannovers Verantwortliche auf das Land einwirken, um das Polizei- und Ordnungsgesetz entsprechend zu ändern.

Von britta mahrholz

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