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GEFRAGT:Wie hier im ehemaligenOststadtkrankenhaussetzen Kommunen inFlüchtlingsunterkünftenPersonal von privatenSicherheitsdiensten ein.Foto: Stratenschulte

GEFRAGT: Wie hier im ehemaligen Oststadtkrankenhaus setzen Kommunen in Flüchtlingsunterkünften Personal von privaten Sicherheitsdiensten ein.© Julian Stratenschulte

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Flüchtlingswelle

Hannover: Wachdienste haben Konjunktur

Die Wachdienste profitieren von der Flüchtlingswelle. Es gab doppelt so viele freie Stellen wie im Vorjahr.

Hannover. Der Flüchtlingszustrom schafft Arbeitsplätze: Im Jahresvergleich hat sich die Zahl freier Stellen bei hannoverschen Wach- und Sicherheitsdiensten nahezu verdoppelt. Laut Holger Habenicht, Sprecher der Arbeitsagentur, gab es 606 Stellenzugänge, das sei „eine Steigerung um 94 Prozent“. Besonders zugelegt haben die Jobangebote seit Oktober - so stark, dass „die Nachfrage nach ausgebildeten Kräften nicht gedeckt werden kann“. Die erhöhte Nachfrage nach diesen Dienstleistungen rühre vor allem von den Kommunen her, die Flüchtlingsunterkünfte bewachen lassen und in Behörden Wartebereiche regeln und beaufsichtigen müssten.

„Das Gewerbe hat ein bisschen Konjunktur, das kann man so sagen“, sagt Stefan Hachmeister, Sprecher für Schmalstieg Sicherheitsdienste. Die Nachfrage in diesem Segment sei „definitiv gestiegen“. An sich positiv für die Diensteanbieter, doch sie haben ein Problem: „Es mangelt an qualifizierten Bewerbern, vielen fehlt die Mindestvoraussetzung, etwa die geforderte Zuverlässigkeit laut Gewerbeordnung oder die Fachqualifikation durch einen IHK-Lehrgang.“ Personal, das Schmalstieg im Flüchtlingsumfeld einsetzt, werde hier extra geschult - in „interkultureller Kompetenz und Deeskalation“.

Thomas Vorholz, Bereichschef Sicherheit bei der Deutschen R+S Dienstleistungen in Hannover, bestätigt: „Der Markt ist wirklich leergefegt, die IHK kommt nicht mehr hinterher, qualifiziertes Personal bereitzustellen - das macht uns allen das Leben etwas schwer.“ Die Konkurrenz, die ihre Dienste im Umfeld Flüchtlingsunterkünfte und Behörden anbiete, zahle teilweise auch höhere Löhne: „Zum normalen Tarif bekommen wir keine Mitarbeiter mehr.“

Dennis Weber, seit elf Jahren mit seiner Firma dabei, sagt: „Bis Mitte 2015 haben wir 30 Bewerbungen pro Monat bekommen - derzeit ist es oft nur eine in drei Wochen.“ Mangelhafte Qualifikation sei jedoch nicht das einzige Problem. Er bestätigt Vorholz: Sicherheitsdienstleister, die ihren Schwerpunkt im Umfeld Flüchtlinge haben, könnten bei den Kommunen höhere Preise erzielen als bei privaten Nachfragern und so höhere Löhne zahlen: „Die zahlen 11,50 Euro, nicht nach Tarif 9 Euro. Das verschärft die Situation für uns andere, die auch Personal brauchen, aber hier nicht ihren Schwerpunkt haben.“ Die Qualifizierten gingen natürlich eher dahin, wo es mehr Geld gibt.


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  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
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  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
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  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
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     30159 Hannover
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