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Meine Stadt Vor Gericht: 130 000 Euro mit Trickanrufen erbeutet
Hannover Meine Stadt Vor Gericht: 130 000 Euro mit Trickanrufen erbeutet
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13:18 29.01.2018
Die Trickbetrüger vor Gericht Quelle: Villegas
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Hannover

Die Masche ist perfide, nutzt die Schwäche und Hilflosigkeit älterer Menschen aus und bringt sie nebenbei um einen Betrag von bis zu mehreren zehntausend Euro: Vor dem Landgericht müssen sich derzeit vier Angeklagte wegen des Vorwurfs des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs verantworten. Mit Trickanrufen sollen sie gemeinsam mit Komplizen in der Türkei mehrere Opfer dazu gebracht haben, Bargeld an abgesprochenen Orten zu deponieren.

„Staatsanwalt Rosenbusch“ oder ein angeblicher Polizeibeamter – unter diesen Pseudonymen riefen Komplizen aus türkischen Call Centern bei den Geschädigten an und verlangten, dass sie Geld zur „Sicherstellung“ etwa im eigenen Briefkasten oder einer Mülltonne ablegen sollten. Die Opfer vertrauten den Anrufern, die „gespoofte“ Nummer benutzt hatten. Damit lässt sich auf dem Telefon des Angerufenen eine beliebige Rufnummer anzeigen, also etwa eine mit hannoverscher Vorwahl.

Die männlichen Angeklagten Hikmet D. (31), Mehmet K. (35) sowie Sükrü B. (23) sind dann laut Anklage zu den jeweiligen Übergabeorten gefahren und haben die Beute abgeholt: „Hikmet D. war der Logistiker“, unterstreicht die Staatsanwältin. Von der ebenfalls angeklagten Hülya B. (29) soll das erbeutete Geld dann gelagert, aufgeteilt und teilweise in die Türkei über unter anderem Western Union transferiert worden sein.

Die Summen zeigen, dass es sich hier nicht um einen kleinen Betrugsfall handelt: Begann die Betrugsserie noch bei einer Laatzenerin, die von ihrem Sparkassenkonto rund 6500 Euro abhob, stieg die Gier bei den Angeklagten und ihren Komplizen immer weiter: Bei einem Opfer aus Nordhorn wurden über 36 000 Euro erbeutet, in einem weiteren Fall geht es sogar um 65 000 Euro. Insgesamt knapp 130 000 Euro sollen sich die Angeklagten in einem Zeitraum von anderthalb Monaten ergaunert haben.

Am ersten Verhandlungstag schwiegen drei von vier Angeklagten. Lediglich Mehmet K. sagte aus, dass er von Hikmet D. einmal gebeten wurde, mit ihm zu einem Abholort zu fahren. In einem Briefkasten sollte das Geld auf die Kuriere warten. Doch anstatt dass die Kasse der Betrüger klingelte, klickten die Handschellen – die Polizei hatte den beiden Angeklagten eine Falle gestellt.

Fortgesetzt wird der Prozess am 19. Februar. Dann werden weitere Erklärungen der Angeklagten erwartet. Auch der Angeklagte Hikmet D. soll gegenüber der Polizei schon geständig gewesen sein – er wolle mit seiner Aussage nun den älteren Opfern eine Aussage vor Gericht ersparen.

Von Janik Marx

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