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Meine Stadt Von der Leyens Doktorarbeit: Neue Vorwürfe gegen MHH
Hannover Meine Stadt Von der Leyens Doktorarbeit: Neue Vorwürfe gegen MHH
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00:16 10.09.2016
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Erfolg ist ihr zweiter Vorname. Wer in die Biografie von Ursula von der Leyen (CDU) schaut, fragt sich, wann und wie die Frau das alles geschafft hat. Hochschulabschlüsse, sieben Kinder, erst Landesministerin, jetzt Bundesverteidigungsministerin.

Der Vorwurf, sie habe bei ihrer Promotion im Jahr 1990 allzu häufig abgeschrieben, ist ein Makel. Dieser Makel schien aber im März getilgt. Nach eingehender Prüfung und Gutachten zu den Plagiatsvorwürfen sah der MHH-Senat davon ab, ihr den Titel zu entziehen. „Wir sprechen von Fehlern, nicht von Fehlverhalten“, urteilte MHH-Präsident Christopher Baum.

Die Internet-Plattform „Vroni-Plag Wiki“ hatte 47 Textstellen unter Plagiatsverdacht gestellt; 15 bis 20 Prozent der Arbeit seien ohne Quellenangabe bei anderen Autoren abgeschrieben. 32 Plagiate von unterschiedlicher Qualität konnte die zuständige MHH-Kommission bestätigen.

Jura-Professor Gerhard Dannemann von „Vroni-Plag“ entdeckte in der Promotion Hinweise darauf, dass von der Leyen Fremdtexte umformuliert habe, um zu verschleiern, dass es Plagiate seien. Sie habe auch nicht nur in der Einleitung offensichtlich gegen Zitierregeln verstoßen, wie es die MHH-Kommission behauptet hatte. Außerdem habe sie an anderer Stelle richtige Quellenangaben gemacht, also Kenntnis von der vorgeschriebenen Vorgehensweise gehabt.

Der MHH-Senat hat 13 Mitglieder. Vier Personen ohne Doktortitel durften über die „Promotionsangelegenheit“ nicht abstimmen. Das sehe die Geschäftsordnung so vor, teilte die MHH mit. Hätten die beiden Studenten und die Angestellten gegen von der Leyen gestimmt, hätte es dennoch eine Mehrheit dafür gegeben, dass die Ministerin „Frau Dr.“ bleiben darf. Das Wissenschaftsministerium stützt die MHH-Auffassung. Zwei Jura-Professoren von „Vroni-Plag“ meinen, dass gegen das Hochschulgesetz verstoßen wurde. Der Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums, Jens Flosdorff, erklärte gegenüber der NP, dass sich die Ministerin zu hochschulpolitischen Fragen nicht äußere.

Thomas Nagel

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