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© Lübke/dpa

60 Jahre Bundeswehr

Von der Leyen wirbt in Hannover um Rückhalt

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatam Samstag beim Tag der Bundeswehr in Hannover eine Überprüfung der möglichen Verwicklung des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) in die Affäre um das Sturmgewehr G36 veranlasst.

Hannover. Hannover. "Es sind viele unterschiedliche Spekulationen im Raum", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Samstag bei einem Kasernenbesuch in Hannover. Es sei eine Prüfgruppe eingesetzt worden, die den Spekulationen nachgehen und einen Bericht vorlegen solle. Ohne dass die Spekulationen mit Tatsachen untermauert seien, lasse sich dazu nicht viel sagen.

Wegen seit längerem bekannter Präzisionsprobleme beim G36 hatte von der Leyen vor wenigen Wochen entschieden, dass 167 000 Gewehre ausgemustert oder nachgerüstet werden müssen. Ein Beamter einer Ausrüstungsdienststelle der Bundeswehr hatte intern berichtet, dass der Militär-Geheimdienst MAD die Weitergabe von vertraulichen Informationen über Probleme mit dem Gewehr an Journalisten überprüft habe.

Die Ministerin hat der Truppe am ersten "Tag der Bundeswehr" für den Einsatz in aller Welt gedankt und um Unterstützung geworben. "Die Bundeswehr braucht den Rückhalt der Gesellschaft in einer Zeit, in der von ihr viel verlangt wird", sagte die CDU-Politikerin am Samstag beim Besuch der Feldjäger in Hannover. "Frieden, Freiheit und Sicherheit sind keine Selbstverständlichkeit", dafür setzten die Soldaten sich seit Jahren an vielfältigen Krisenherden ein. "Auf diese Truppe können wir uns felsenfest verlassen."

Zum 60-jährigen Bestehen der Bundeswehr gab es am Samstag an 15 Standorten von Flensburg bis Bischofswiesen erstmals einen "Tag der Bundeswehr", bei dem die Truppe ihre Leistungsfähigkeit und Vielfalt präsentieren und auch um Nachwuchs werben wollte. "Wir erleben einen erfreulichen Anstieg bei den Bewerberzahlen für den freiwilligen Dienst", sagte von der Leyen. Jede vierte Bewerbung komme inzwischen von einer Frau. Auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" in Flensburg protestierten Aktivisten gegen die Bundeswehr. Sie kletterten in die Takelage und machten in rund 20 Metern Höhe ein Transparent mit der Aufschrift fest: "War starts here" (Krieg beginnt hier). Außerdem hissten sie an einem Mast eine Piratenflagge, die einen Totenkopf mit zerbrochenen Gewehren zeigte. "Die Bundeswehr präsentiert sich hier als moderater Arbeitgeber", klagten die Aktivisten. "Dabei wird vollkommen verschwiegen, dass die Soldaten eigentlich zum Töten ausgebildet und eingesetzt werden."


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