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Meine Stadt Volle Kraft auf Hauptstadtkurs
Hannover Meine Stadt Volle Kraft auf Hauptstadtkurs
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22:08 26.01.2018
DISKUSSION: Bürgermeister Thomas Hermann (links), Stefan Schostok und Sabine Tegtmeyer-Dette in der Ratssitzung.  Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

 Nur wenige Politiker haben bislang den Verwaltungsentwurf für die Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 gesehen. Aber der Rat steht ziemlich geschlossen hinter dem Projekt. Das hat gerade eine Aktuelle Stunde ergeben.

OB Stefan Schostok verspricht die Gründung einer Kommission, damit das Verfahren Fahrt aufnimmt. In dem Ringen um den Titel sieht er „ein wesentliches Referenzprojekt für die nächsten Jahre“. Leider habe man das Thema „durch Wirrungen einer personalpolitischen Problematik nicht überzeugend schnell hinbekommen“. Eine Randbemerkung zur Affäre um den Kulturdezernenten Harald Härke, die auch FDP-Mann Patrick Döring aufgriff. Einmal mehr forderte er Härkes Rücktritt, denn dieser Mann gefährde die Bewerbung.

Bislang hat die Stadt 390 000 Euro in das Projekt investiert. Laut der Drucksache werden in den Jahren 2018 bis 2020 weitere zwei Millionen Euro fällig.

Ausgaben, die sich rechnen, finden die meisten im Rat. Nur ein kleiner Teil der Opposition meint, die Bewerbung, bei der sich Hannover mit Nürnberg, Dresden, Kassel und Magdeburg misst, werde nie erfolgreich sein und das Geld sei besser angelegt in der Sanierung von Schultoiletten.

„Lassen Sie uns weiterhin gemeinsam den Weg durch den Bewerbungsprozess gehen und die Debatte um den Prozess und die Ausgestaltung der Bewerbung konstruktiv und inhaltlich führen. Lassen wir uns nicht irritieren, sondern mutig voranschreiten. Unsere Stadt ist das wert“, appellierte für die SPD Belgin Zaman.

Man sei im Rückstand und brauche eigentlich schon jetzt den später erforderlichen künstlerischen Leiter, sagte für die Grünen Daniel Gardemin. Es dränge die „Zeit, ein Leitthema zu bündeln, Themensäulen aufzubauen und die Bewerbung aus einem Guss in das erforderliche Bewerbungsbuch zu überführen“.

Ganz dringend sei, die Stadtgesellschaft auf die Reise mitzunehmen. „Wenn sich die öffentliche Diskussion nur um einen einzigen Aspekt dreht, nämlich um die Kapazität eines Konzerthauses, zeigt sich, dass die Vermittlung mehr als einer Drucksache bedarf.“

Zur Arbeit am Entwurf lädt der OB alle ein. Man wolle „keine Showveranstaltung, sondern nachhaltige kulturpolitische Entwicklung“. Ob eine Kommission hilft, zweifelt die CDU an. Unüberhörbar der Beitrag von Georgia Jeschke: „Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis.“

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Von Vera König

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