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Meine Stadt Volksfeste: Ruhe im Karton
Hannover Meine Stadt Volksfeste: Ruhe im Karton
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22:00 04.08.2017
Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Ein Dauerstreit vor Gericht nervt und kostet viel Geld. Dem zwischen den verfeindeten Schausteller-Dynastien hat der Verwaltungsausschuss der Stadt mit salomonischer Entscheidung ein Ende bereitet. Jede Seite soll 50 000 Euro erhalten – und die Klagen zurückziehen.

Mit großer Mehrheit hat das Gremium in vertraulicher Sitzung diesem Vorschlag zugestimmt. In Konsequenz bedeutet das; Die Arbeitsgemeinschaft für Volksfeste (die seit 1965 das frühlings- und das Oktoberfest ausrichtet) kann ohne jede Probleme die Veranstaltungen für 2017 und 2018 planen. Vom Jahr 2019 an werden die Events neu ausgeschrieben.

Gegen die sogenannte Dauerfestsetzung zu Gunsten der Arbeitsgemeinschaft für Volksfeste (AGV) war die Springer Firma FTE gerichtlich vorgegangen. In einem von vielen Seiten monierten Verfahren erzielte sie Erfolg. Die Stadt musste den Vertrag neu ausschreiben, FTE und AGV bewarben sich. Am Ende entschied das Los, weil angeblich beide Bewerbungen gleichwertig waren.

Von dem Zeitpunkt an stand fast jede Fest-Ausrichtung auf der Kippe. Teilweise waren mehreren Klagen vor Gericht anhängig. Platzbeschicker hatten bereits unterzeichnete Verträge – kamen dann doch nicht zu Zuge. Per einstweiliger Anordnung wurde die Stadt Hannover im Herbst 2016 verpflichtet, der AGV und nicht der Konkurrentin FTE den Zuschlag für die Ausrichtung des Oktoberfestes zu erteilen. Das löste so heftiges Rumoren aus, dass Insider schon von Schausteller-Krieg sprachen.

Zumindest für das Oktoberfest (22.September bis 8. jetzt Oktober) sowie das Frühlings- und Oktoberfest im kommenden Jahr herrscht Ruhe im Karton. Falls die Kontrahenten denn auf das Angebot der Stadt eingehen.

Den Vertretern der meisten Ratsfraktionen scheint die vorläufige Beilegung des Streits mit der Gesamtsumme von 100 000 Euro gut angelegtes Geld. Nur die AfD monierte, irgendjemand müsse wohl Fehler gemacht haben.

Von Vera König

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