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Ganztagsbetreuung: Martina Menzel hilft Anton in der Henning-von-Tresckow-Grundschule bei den Hausaufgaben.

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© Foto: Herzog

Ganztagsbetreuung kommt an

Verzicht auf Horte sichert mehr Krippen

Ganztagsbetreuung in der Schule oder aber Beibehaltung der Horte? Diese Frage, so ist sich Hannovers Rat einig, wird auf keinen Fall zu Lasten von Kindern entschieden.

Hannover. „Qualitätsoffensive Grundschulkinderbetreuung“ für den Piraten-Ratsherr Adam Wolf klingt dieser begriff wie ein Hohn. Was sich positiv anhöre, sei in Wirklichkeit ein Einsparprogramm zu Lasten von Kindern, hielt er in einer Aktuellen Stunde gestern der Verwaltung und der Ratsmehrheit vor. SPD, grüne und FDP wehrten sich.

Wolf sagte, durch mehr Ganztagsschulen würden die Horte zur Kinderbetreuung in Hannover perspektivisch alle geschlossen. Einsparungen in Höhe von zehn Millionen Euro seien das wahre Ziel. Er halte den Weg für verkehrt. Kinder brauchten auch künftig Horte; sie brauchten einfach auch räumlich andere Eindrücke als die der Schule.

„Das ist kein Sparprogramm“, versicherte Christopher Finck für die SPD. In nicht mehr benötigten Horträumen könnten Krippen und Krabbelstuben entstehen. Der Bedarf sei groß. Weil im Falle einer Umnutzung nicht neu gebaut werden müsse, habe die Stadt sinnvoll auf die Investition von 750 000 Euro verzichtet.

CDU-Schulpolitikerin Stefanie Matz forderte ebenso wie Wolf mehr Wahlfreiheit bei der Betreuungsform für Grundschulkinder. Eltern wüssten schließlich am besten, was gut für ihr Kind sei. Sinnvoll sei eine offene Ganztagsschule mit maximal zwei verpflichtenden Betreuungszeiten auch am Nachmittag. Kinder zu Sportvereinen oder Angeboten musischer Erziehung zu bringen, müsse Eltern möglich sein.

Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski plädiert dafür, die ganztägige Betreuung, so weit wie möglich und sinnvoll, am Standort Schule zu lokalisieren. Das sei anders als der Hort für Eltern kostenlos. Rzyski zur Betreuung: „Wenn wir weiterhin so verfahren, dass wir die Schulen nur am Vormittag nutzen und für den Nachmittag extra Räume vorhalten, werden wir das auf Dauer weder baulich, noch finanziell und personell stemmen können.“

Von Vera König


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