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Meine Stadt Verwirrung um Lärmschutz am Flughafen Hannover
Hannover Meine Stadt Verwirrung um Lärmschutz am Flughafen Hannover
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20:26 07.09.2010

Am Dienstag hat das Landeskabinett die neue Verordnung beschlossen. „Schutz der Anwohner“ und „Standortsicherung“, so Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP), seien dabei „gleichermaßen wichtig“.

Lärmgrenzwerte für den Flughafen hat es bisher auch schon gegeben. Anwohner, bei denen sie überschritten wurden, konnten dann beim Airport beispielsweise Schallschutzfenster beantragen.

Künftig müssen diese Anträge bei den Verwaltungen von Langenhagen, Garbsen und Isernhagen eingereicht werden. In Garbsen und Isernhagen gabs am Dienstag keine Stellungnahme zu den Veränderungen. Langenhagens Stadtbaurat Carsten Hettwer nannte die Situation dagegen „richtig konfus“. Hettwer ging davon aus, dass die neuen Vorgaben weniger Lärmschutzmaßnahmen bedeuten. „Nach unserer Einschätzung gibts eher weniger Betroffene.“

Durch die neuen Vorschriften seien nun städtische Mitarbeiter für die Bearbeitung zuständig, das Personal müssten die Kommunen bezahlen, die Zusatzkosten würden nicht erstattet. Informationen, wie die Anträge behandelt werden müssen, gebe es vom Land bisher nicht. Hettwer: „Mir macht das Sorge.“

Dem Flughafen liegen die aktuellen Karten noch nicht vor. „Wir gehen aber davon aus, dass die Ansprüche durch unsere freiwilligen Lärmschutzmaßnahmen weitgehend abgegolten sind“, so Stefanie Vehling, Umwelt-Beauftragte des Airports. Rund 15 Millionen Euro habe der Flughafen bei Anwohnern in den Lärmschutz investiert.

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Hier gibts die Lärmschutzkarte zum Download

Lärmschutzkarte (2 MB)

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Der Flughafen sieht sein Soll als erfüllt an. Die derzeit noch laufenden Anträge würden aber noch abgearbeitet. Vor allem im Bereich der Landebahn Süd habe es Verzögerungen gegeben, da die Anträge erst spät gestellt wurden.

Die jetzt vorliegende Neuregelung stellt auch die Bürgerinitiativen gegen den Fluglärm nicht zufrieden. „Da wurde viel gerechnet, was aber den realen Verhältnissen nicht entspricht“, sagt Frauke Murath von der Bürgerinitiative Langenhagen.

Nach den Erfahrungen mit Lärmschutzmaßnahmen im Raum der Nordlandebahn geht sie davon aus, dass auch im Süden „nicht angemessen isoliert“ wird. „Bei der Schalldämmung der Dachgeschosse, in denen die meisten Schlafräume nun einmal liegen, sind nur lächerliche Zuschüsse gezahlt worden.“ Und die hätten sich auf die Isolierung einzelner Räume bezogen.

(Andreas Krasselt, Dirk Altwig)

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