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Meine Stadt Verwahrlosung in Hannover: Was hat das Sicherheitskonzept eigentlich gebracht?
Hannover Meine Stadt Verwahrlosung in Hannover: Was hat das Sicherheitskonzept eigentlich gebracht?
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00:17 11.10.2018
Kritik an der Stadt: Nach medienwirksamer Ankündigung eines Ordnungs- und Sicherheitskonzepts will André Krüger endlich positive Veränderungen in Hannover sehen. Quelle: Dröse
Hannover

Es war Sommer 2017, als Oberbürgermeister Stefan Schostok das neue Ordnungs- und Sicherheitskonzept für Hannover präsentierte. Der Plan gegen die zunehmende Verwahrlosung der Innenstadt wurde inzwischen vom zuständigen Dezernenten Axel von der Ohe zwar präzisiert – doch hat das Konzept überhaupt Veränderungen gebracht? Welche, die die Bürger der Landeshauptstadt im Alltag auch wahrnehmen? André Krüger (58) ist skeptisch und drückt es so aus: „Ich gehe nicht mehr gerne in die Stadt, weil ich schlechte Laune bekomme.“

Das liegt an dem, was Krüger in der City sehen und riechen muss: Obdachlose, die auf Straßen, Plätzen und Unterführungen ihr Lager aufgeschlagen haben. Trinker, die sich am Raschplatz breit machen. Drogenabhängige, die zugedröhnt vom Hauptbahnhof zu ihrem Treffpunkt „Stellwerk“ in der Augustenstraße torkeln und zurück. Und es liegt am Gestank von Urin und Exkrementen, weil Angehörige dieser Randgruppen in der Öffentlichkeit machen, wo sie wollen. Wert legt Krüger auf die Feststellung, dass die Menschen, die suchtkrank sind und kein Dach über dem Kopf haben, ihm leid tun. Andererseits könne es aber auch nicht sein, dass das Problem-Klientel fortgesetzt Regeln des guten Zusammenlebens missachtet und die Bewohner der Landeshauptstadt damit von öffentlichen Plätzen verdrängt: „Ich erwarte, dass man sich an Gesetze und Vorschriften halten“, sagt der 58-Jährige. 

Augustenstraße: Seit Monaten kampiert dieser Mann in seinem Müll unweit der Staatsanwaltschaft. Quelle: Mahrholz

Von Entscheidungsträgern im Rathaus verlangt Krüger die konsequente Umsetzung des viel gepriesenen Ordnungs- und Sicherheitskonzepts. Erfolge sieht er bislang aber nicht: „Ich bin der Meinung, dass es endlich mal greifen muss.“ Nach einer medienwirksamen Vorstellung eines neuen Sauberkeitskonzepts (NP berichtete) erwartet der 58-Jährige nun, das die Stadt der Ankündigung auch zügig Taten folgen lässt: „Ich möchte sehen, dass sich in Hannover etwas positiv verändert.“

Leider hat die Verwahrlosung, die seit zwei bis drei Jahren immer krassere Ausmaße angekommen hat, aus Krügers Sicht bereits arg am Image der Landeshauptstadt gekratzt. Von Gästen hat er schon häufiger gehört, dass sie inzwischen nicht mehr gerne hierher kommen: „Der Ruf von Hannover hat stark gelitten“, bedauert Krüger.

Erste Bilanz

Seit drei Wochen geht die Stadt an Wochenenden gemeinsam mit der Polizei auf Streife. Nun hat sie eine erste Bilanz gezogen. Jeweils von 20 bis 24 Uhr waren Beamte der Polizei und Mitarbeiter des neuen Ordnungsdienstes der Stadt freitags und sonnabends jeweils in Zweierteams im Bereich Marstall und Steintor unterwegs. Dabei sei man gegen Ruhestörungen und Wildpinkeln vorgegangen, habe außerdem Falschparker ins Visier genommen.

Das gemeinsame Vorgehen passe auch zur aktuellen Schwerpunktsetzung der Polizei im Bereich Steintor, die dort unter anderem in der Nacht auf den 3. Oktober mit einer Drogenrazzia den Druck auf die Dealer- und Konsumentenszene erhöhte.

„Die intensive Bestreifung, nicht zuletzt aufgrund der Hinweise und Rückmeldungen auch aus der Bevölkerung, zeigt das gemeinsame Verständnis von Stadtverwaltung und Polizei für die Verantwortung für Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum“, sagt Axel von der Ohe, Ordnungsdezernent der Stadt. Gwendolin von der Osten, Leiterin der Polizeiinspektion Mitte, begrüßt das Konzept der gemeinsamen Streifen und rechnet damit, „dass die erzielten Effekte weiter zunehmen werden.“

Sowohl Stadt als auch Polizei wollen die Streifen langfristig fortsetzen. Dass der neue Wochenend-Ordnungsdienst länger im Einsatz sein solle, hatte Dezernent von der Ohe bereits im Bezirksrat angekündigt. Allerdings gab es dort auch Kritik, dass es nicht reiche, nur bis 24 Uhr Präsenz zu zeigen, da die Probleme nach Mitternacht besonders groß seien.

Von Britta Mahrholz

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