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Meine Stadt Verurteilt: Bandenmitglied schmuggelte Mietwagen nach Osteuropa
Hannover Meine Stadt Verurteilt: Bandenmitglied schmuggelte Mietwagen nach Osteuropa
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14:51 31.05.2018
Hannover

Egor S. (29) wurde am Donnerstag im Amtsgericht wegen gewerbsmäßigen Betruges zu einem Jahr und acht Monaten Haft verurteilt. Am 23. September 2016 hatte er mit einem Komplizen zunächst einen Range Rover am Hamburger Flughafen gemietet. Wert des Autos: 60 000 Euro. Dann fuhren die Männer nach Langenhagen, dort versuchten sie zwei Mal ein weiteres Luxusauto zu mieten.Jeweils legte der Komplize seinen echten Pass und Kreditkarte vor.

Doch die Autovermieter waren gewarnt. Das gemeinsame Zentrum von Polizei und Zoll hatte die Einreise der beiden Männer bemerkt und Bild und Name des Komplizen an die Verleiher weitergegeben. "Der Angeklagte und sein Komplize waren Bestandteil einer großen Ermittlungsgruppe der Bundespolizei", sagte ein Kriminalbeamter (61) aus Langenhagen.

Bande bestand aus 40 Personen

Zu der Bande zählten etwa 40 Personen aus Kaliningrad (Russland). Was die Beamten in Langenhagen nicht wussten: Gegen Egor S. lag im September 2016 ein Haftbefehl aus München vor. Dort hatte er mit derselben Masche einen Mercedes der S-Klasse (Wert 100 000 Euro) erschwindelt. Dafür wurde er zu einem Jahr und zwei Monaten Gefängnis verurteilt.

Der Angeklagte war nicht geständig. Sein Anwalt Peter Krauß erklärte für ihn: "Die äußeren Fakten treffen zu." Aber er habe als Dolmetscher seinen Bekannten auf einer Geschäftsreise begleitet. Man wollte ihn Langenhagen einen zweiten Wagen mieten, weil man noch weitere Geschäftsfreunde erwarte und ein Wagen zu klein sei. "Der Anschein reicht nicht. Das Gericht muss es beweisen", so der Anwalt.

Für Schöffenrichter Björn von Bargen reichte die Vielzahl von Indizien für die Verurteilung. Er stufte die Geschichte des Angeklagten als unglaubwürdig sein. "Ihre Englisch-Kenntnisse sind marginal. Warum hat sich Ihr Bekannter keinen richtigen Dolmetscher genommen?" Oder: Warum habe der Angeklagte und sein Bekannter beim Verleih immer auf Luxusautos bestanden. Richter von Bargen: "Es besteht kein vernünftiger Zweifel, dass Sie die Autos nach Osteuropa bringen wollten."

von Thomas Nagel

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