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 Paläontologin Annette Richter vom Landesmuseum mit dem Fossil.

Landesmuseum

Versteinertes Baby gefunden

Das Fischsaurier-Fossil liegt seit 1969 im Landesmuseum - jetzt erst wurde festgestellt: Das 200 Millionen Jahre alte Ichthyosaurus-Fossil ist das bisher größte, das bislang gefunden wurde. Und der Saurier war definitiv schwanger.

Hannover. Hurra, es ist ein ... Baby. Oder wäre eines geworden. Ein Baby im Bauch des mit dem wunderbaren Namen Ichthyosaurus somersetensis ausgestatteteten Fischsauriers, das seit 1969 kaum bemerkt im Landesmuseum in Hannover in einer Steinplatte steckte.  „Wir hatten schon immer die Vermutung“, so Sprecherin Nicola Kleinecke zur NP, „mit Hilfe moderner Forschungsmethoden wurde dies nun bestätigt.“
Die trächtige Mutter schwamm vor etwa 200 Millionen Jahren durch die Meere, versteinerte nach ihrem Tod zum Fossil und wurde Mitte der 1990er Jahre an der Somerset-Küste in Südwestengland gefunden. Dass das Tier in guter Hoffnung war, konnte bisher nicht be­wiesen werden. „Da waren schon Wirbel zu sehen, die im Tier steckten, aber nicht da, wo sie hingehörten“, berichtet Sprecherin Kleine­cke. In welchem Monat die Mutter war, können die Forscher nicht mehr feststellen: „Aber es gab ja bereits eine Art Rippenbildung beim Em­bryo.“
Was durch die neuen Forschungsmethoden ebenfalls herauskam: Dieser Ichthyosaurus somersetensis war sogar drei bis dreieinhalb Meter lang. Und damit das größte bisher beschriebene Exemplar dieser Gattung, wie die University of Manchester mitteilte.
Diese Saurierart, die aussah wie ein schnabeltierartiger Delfin mit Haifischzähnen und Paddelflossen, ist übrigens eine erst seit kurzem beschriebene Art – und trotz ihrer 200 Jahre auf dem Buckel somit ein echter Neuzugang in wissenschaftlichen Gefilden. Annette Richter, Fachbereichsleiterin der Naturkunde am Landesmuseum, ist „über alle Maßen erfreut über diese wissenschaftlich spannende Entdeckung. Es fühlt sich an wie ein Neuzugang.“
Die Steinplatte mit dem trächtigen Saurier ist Bestandteil der Dauerausstellung Wasserwelten in Hannover. Die Bedeutung des Objektes sei bislang nicht klar gewesen, sagte der deutsche Paläontologe Sven Sachs, der seine Forschungsergebnisse gemeinsam mit Dean Lomax aus Manchester im Fachmagazin „Acta Palaeontologica Polonica“ veröffentlicht hat.
Das ist aber noch nicht alles. Neben dem fossilen Nachwuchs nahmen die Paläontologen zwei weitere versteinerte Schwimmsaurier aus Hannover unter die Lupe. Und siehe da: Die Gruppe der schwimmenden Plesiosaurier (Thaumatodracon) ist rund fünf bis sieben Millionen Jahre älter als bisher angenommen. Damit gehören die Viecher nicht in die jüngste Serie der unteren Jurazeit, sondern in die mittlere und sind statt 182 Millionen doch schon 195 Millionen Jahre alt.
„Es gibt fast nichts Erfreulicheres, als wenn in den hauseigenen Sammlungen mit neuen Methoden an hinterlegte Fossilreste herangegangen wird und diese dann zu solch spektakulären Er­gebnissen führen“, so Richter.

Petra Rückerl


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