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VERDÄCHTIGT: Saleh S. (18) sitzt ganz links mit einem Schwert. Hat er die Molotow-Cocktails vom ECE-Parkdeck geworfen?

ANSCHLAG VOM ECE-PARKDECK

Verrät der Brandbeschleuniger den Molotow-Werfer?

Wird seine Kleidung ihm zum Verhängnis? Die Polizei hat bei Durchsuchungen bei Saleh S. (18) verschiedene Textilien sichergestellt. Kriminaltechniker nehmen die Sachen nun unter die Lupe. Dabei sollen sie vor allem Spuren eines Brandbeschleunigers suchen. Eben jenem Stoff, mit dem der Molotow-Cocktail-Werfer am 5. Februar die fünf Glasflaschen befüllt hatte, von denen er zwei vor den Haupteingang des Einkaufscenters warf.

Hannover. Es ist nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass die Brandbomben damals keine schlimmeren Schäden verursachten: Zwei Personen erlitten lediglich leichte Verletzungen (NP berichtete).

Es gibt Videoaufzeichnungen, die den Attentäter, der die Molotow-Cocktails vom Parkdeck geschleudert hatte, zeigen. Die Aufnahmen sollen allerdings von minderer Qualität sein. Immerhin ist darauf zu sehen, was der Brandbombenwerfer trug: eine helle Hose, eine dunkle Jacke und eine Kapuze. Damit wusste die Polizisten immerhin, wonach sie bei den Razzien bei Saleh S. suchen mussten.

Obwohl der 18-Jährige die Moschee des deutschsprachigen Islamkreises Hannover besuchte, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, er an Koran-Verteilständen der Salafisten in der City zu finden war und er regen Kontakt zu Ahmed A. (23) sowie Mohamad Hassan K. (19) pflegte, hatten die Sicherheitsbehörden Saleh S. am Tag des Anschlags an der Ernst-August-Galerie noch nicht als Gefährder auf dem Zettel. Ahmed A. ist jener Afghane, von dem das Bundesamt für Verfassungsschutz sagt, dass er seit weit über einem Jahr in seine Heimat zurück will, um dort Anschläge zu verüben. Bei Mohamad Hasan K. handelt es sich um den Misburger, von dem die Bundesanwaltschaft annimmt, er sei in Anschlagsplanungen auf das Länderspiel im November in Hannover verwickelt.

Auch waren die Sicherheitsbehörden offenbar vor dem 5. Februar nicht über die Schwester von Saleh S., die mutmaßliche IS-Terroristin Safia S. (16), auf den Bruder gestoßen. Die 16-Jährige war am 26. Januar aus der Türkei zurückgekehrt, von wo aus sie sich vermutlich in Richtung IS-Gebiet nach Syrien/Irak absetzen wollte. Hätten die Behörden nicht auch auf den 18-Jährigen stoßen müssen, wenn sie das persönliche Umfeld der Rückkehrerin ausgeleuchtet hätten? Dem Deutsch-Marokkaner gelang es sogar, 14 Tage, nachdem Safia S. nach ihrem Istanbul-Trip wieder in Deutschland gelandet war, und vier Tage nach der Molotow-Cocktail-Attacke am Shopping-Center, sich unbemerkt in die Türkei abzusetzen. Dort wurde Saleh S. dann unter Terrorverdacht verhaftet und saß wochenlang im Gefängnis. Seit dem 26. April ist er zurück in Hannover.

Allerdings ist er nicht mehr auf freiem Fuß. Nach einem Zwischenfall am Klagesmarkt und einer zweitägigen (freiwilligen) Unterbringung in der Psychiatrie eines Krankenhauses in Hannover ist er mit richterlichem Unterbringungsbeschluss in einer geschlossenen Anstalt untergebracht worden. Dem Vernehmen nach handelt es sich um das Landeskrankenhaus in Moringen. Hintergrund ist ein Angriff auf einen Mitpatienten im Nachbarzimmer der hannoverschen Klinik.

Mit Hochdruck arbeitet die Polizei nun an der Aufklärung des Brandbomben-Attentats am ECE-Center und der möglichen Täterschaft von Saleh S. Oberstaatsanwalt Thomas Klinge: „Wir werden sehen, ob sich der Verdacht erhärten lässt.“

Brisant: In Chats soll Safia S. berichtet haben, dass ihr Bruder geplant habe, „die Ungläubigen zu töten“. Weil er dies nicht geschafft habe, wolle sie nun eine Märtyrer-Operation durchführen. Am 26. Februar stach sie einem Polizisten in den Hals. Sollte der 18-Jährige tatsächlich die Brandbomben geworfen und aus islamistischen Motiven gehandelt haben, könnte er am 5. Februar den ersten islamistischen Anschlag in Deutschland begangen haben.

Britta Mahrholz


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