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Meine Stadt Göttinger Gericht verbietet bewegte Werbetafeln an Straßen
Hannover Meine Stadt Göttinger Gericht verbietet bewegte Werbetafeln an Straßen
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09:24 10.10.2018
Hannover

Große Werbetafeln mit wechselnden Motiven sind eine Gefahr für den Straßenverkehr – das hat das Verwaltungsgericht in Göttingen entschieden und damit der Stadt Göttingen Recht gegeben, die einer privaten Firma dafür keinen Bauantrag genehmigen wollte. Ein Urteil, das auch Folgen für Hannover haben könnte.

Denn auch hier stehen großflächige Werbetafeln, die Autofahrer ablenken könnten, zum Beispiel an der Berliner Allee oder im Be­reich des Weidetorkreisels. „Diese Werbung hat ja genau den Zweck, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Deshalb werden dadurch natürlich Autofahrer abgelenkt“, sagt Felix Semper, Verkehrsexperte der CDU im Rat. Er fordert die Stadt auf, die Großreklamen abbauen zu lassen.

Julia Stock, Fraktionschefin der Grünen im Bezirk Mitte, in dem es zuletzt viele Klagen über neue Werbestandorte gab, die die Stadt genehmigt hat, sieht das genauso. „Der Sicherheitsaspekt wurde bisher nicht genügend berücksichtigt“, kritisiert sie. Das Göttinger Urteil sieht sie als Bestätigung dafür, dass viele der Anlagen gefährlich sind und entfernt werden müssen.

Stadt profitiert von der Werbung

Das Problem: Die Stadt Hannover profitiert selbst finanziell von der Werbung. Sie hat die Flächen an das Unternehmen Ströer vergeben, das im Gegenzug die öffentlichen Toiletten be­treibt. Die Grüne Stock glaubt deshalb, dass die Stadt bei der Genehmigung der Werbung an den Straßen „eher mal ein Auge zu­drückt“.

Auch das Ampelbündnis sieht mittlerweile ein Problem, zumindest bei einigen der Werbetafeln. Deshalb fordern SPD, Grüne und FDP im Rat die Verwaltung auf, die Standorte noch einmal gemeinsam mit der Polizei in den Blick zu nehmen. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke fühlt sich selbst zwar nicht abgelenkt durch die großen Plakate, für ihn ist in Sachen Werbung im Straßenraum allerdings „die Grenze des Erträglichen erreicht“.

Die Stadt hatte zuletzt immer wieder betont, dass die Werbung an den Straßen keine Gefahr für den Verkehr sei. Die Entscheidung des Göttinger Gerichtes hat je­doch auch sie aufmerksam zur Kenntnis genommen. Es müsse aber „das genaue Urteil abgewartet werden und durch uns geprüft werden, bis wir dazu eine verlässliche Aussage treffen können“, sagt Stadtsprecherin Michaela Steigerwald.

Neben der Verkehrssicherheit sieht das Gericht auch ein Problem darin, dass die Werbung Nachbarn belästigen könnte.

Von Christian Bohnenkamp

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