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Verdi-Streik: Hannover im Chaos

Mitten während der Hannover Messe haben die Warnstreiks im öffentlichen Dienst in der Landeshauptstadt am Dienstag ein Verkehrschaos ausgelöst.

Hannover. Mitten während der Hannover Messe haben die Warnstreiks im öffentlichen Dienst in der Landeshauptstadt am Dienstag ein Verkehrschaos ausgelöst. Weil Busse und Bahnen den ganzen Tag nicht fuhren, staute sich der morgendliche Berufsverkehr auf den Einfallsstraßen auf vielen Kilometern Länge, auch Richtung Messe stadtauswärts brauchten Pendler viel Geduld. Etliche holten das Fahrrad aus dem Keller oder hatten mit Kollegen Mitfahrgelegenheiten organisiert. Riesigen Andrang auch von Messegästen gab es an den S-Bahn-Stationen der Deutschen Bahn, wo der Verkehr wie gewohnt lief, die Züge aber waren brechend voll. Außerdem setzte die Deutsche Messe AG als Ersatz Shuttle-Busse ein, die unter anderem zwischen dem Hauptbahnhof und dem Messegelände pendelten.

Bei etlichen oft ausländischen Messegästen herrschte angesichts geschlossener U-Bahn-Eingänge zunächst Ratlosigkeit. Doch arrangierten sich die meisten relativ schnell, sobald die Alternativen bekannt waren. Auf dem Weg Richtung Messe in den Ersatzbussen sorgte der Streik für gemischte Stimmung. "Das ist wirklich ein miserables Timing", sagte ein Messe-Mitarbeiter. "Das bereitet den Besuchern und den Mitarbeitern extreme Schwierigkeiten und schadet der ganzen Region." Ein amerikanischer Gast sah es gelassener: "Die meisten sagen sich wohl, Augen zu und durch. Aber die Streikankündigung war schon etwas beunruhigend."

"Streik ist in Ordnung, aber nicht wenn Messe ist, das ist unverhältnismäßig und führt zur Katastrophe", reagierte Taxifahrer Rudolf Hasselmann. "Das wirft ein schlechtes Licht auf Hannover." Dabei gab es für den Fahrer einen eiligen Kunden nach dem nächsten. "Ich könnte arbeiten bis zum Umfallen."

Verdi fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen unter anderem sechs Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben inzwischen drei Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwei Jahre geboten, was die Gewerkschaften aber ablehnten. Nach ihrer Berechnung liegt die angebotene Erhöhung wesentlich niedriger. Die dritte Verhandlungsrunde ist am 28. und 29. April.

In Hannover blieben außerdem alle städtischen Kindertagesstätten geschlossen, der Müll wurde nicht abgefahren. Bürgerämter und Bäder blieben in Hannover und Bremen zu. Auch in Osnabrück blieben die Stadtbusse in den Depots.

In Bremen war von einem mehrstündigen Warnstreik auch der Flughafen betroffen. Acht Flüge von und nach München, Frankfurt, Kopenhagen und Istanbul wurden gestrichen. Am Mittwoch sollte am Flughafen Hannover sowie an anderen deutschen Airports gestreikt werden.

dpa


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